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Nordfriesland Tageblatt

17. August 2017 | 23:37 Uhr

Inklusion mit Kunstprojekten leben

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Auftakt der Reihe „Schule trifft Kultur“ in der Grundschule Süderlügum – bis Herbst sollen Ausstellungen und Aufführungen erarbeitet werden

Im Rahmen des Programms „Schule trifft Kultur - Kultur trifft Schule“ hat die Grundschule Süderlügum zum dritten Mal ein Preisgeld erhalten. Der Projekttitel lautet dieses Mal „Inklusion gelebt - Inklusion erlebt“ und soll von den Schülerinnen und Schülern der ersten bis vierten Klassen mit Literatur, Bildender Kunst und Darstellendem Spiel gestaltet werden. Dazu gehören zahlreiche künstlerische Klassenprojekte sowie eine Kooperation mit der Nolde Stiftung Seebüll und der Europauniversität Flensburg, Fachbereich Bildende Kunst.

Der musisch künstlerischen Arbeit wird an der Grundschule Süderlügum stets ein hoher Stellenwert eingeräumt. Die bildende Kunst, das Theater und die Musik ermöglichen den Kindern einen Zugang zum Leben und Erleben jenseits der aktuellen Wissensvermittlung, bestätigt Schulleiterin Meike Kosbü-Hermann. Musik und Bewegung, Singen und Malen, Improvisation, Rollenspiele sowie Tanz sind Bestandteile des Unterrichtes und werden fachübergreifend eingebunden. Hierbei werden Konzentrations- und Wahrnehmungsfähigkeiten, Sensomotorik, Koordination von Sprache, Hand und Fuß und auch das Gemeinschaftsgefühl geschult. Das trägt zur Förderung der Entwicklung und Lernfähigkeit der Kinder bei und stärkt ihr Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl, sagen die Verantwortlichen.

Das Inklusionskonzept innerhalb des Schulprogramms in Süderlügum wird geprägt durch Leitsätze wie: „Wir nehmen dich so wie du bist!“, „Wir wollen einander helfen und verstehen!“, „Wir wollen uns alle an unserer Schule wohl fühlen!“, „Wir wollen lernen, unsere Mitmenschen nicht durch böse Worte oder Taten zu verletzen und freundlich miteinander umgehen!“ oder „Zeig, was du kannst! Brauchst du Hilfe, frag`!“ Als roter Faden durch das bis zum Herbst dauernde Programm führen die Geschichten aus dem Buch „Frederick und seine Mäusefreunde“ von Leo Lionnie. Da geht es um eine Horde Feldmäuse, die Vorräte für den Winter sammeln, außer Frederick, der statt dessen in sich Wörter, Farben und Sonnenstrahlen aufnimmt. Und als die Vorräte im Winter alle aufgeknabbert waren, konnte Frederick die kleinen Feldmäuse mit seinen „gesammelten Werken“ erwärmen.

Zu den ersten Unterrichtstagen im Rahmen des Projektes weilte jetzt der Dozent für Kunstpädagogik Werner Fütterer mit zwölf Studierenden von der Europauniversität Flensburg in der Grundschule Süderlügum. Das Unterrichtskonzept dafür in Bezug auf das literarische Werk der kleinen Feldmaus Frederick hatten die Studenten entwickelt. Alle 120 Schüler im Alter von sechs bis elf Jahren der ersten bis vierten Klassen nahmen daran teil. Gruppenweise wurden künstlerische Ideen unter der Anleitung der Studentinnen und Studenten entwickelt und umgesetzt. Da bastelten die kleinsten Schulkinder aus Kartons Schattentheater, Kollagen wurden in Reißtechnik hergestellt, Bühnenbilder für eine spätere Musical-Aufführung entworfen und gefertigt oder Gefühle mit gemalten Gesichtern dargestellt.

Alle Kinder waren mit Elan und Begeisterung bei der Sache. „Hier können Kulturvermittler sogar noch etwas lernen“, lobte Werner Fütterer das künstlerische Engagement der Grundschule Süderlügum. Auch ein Besuch der Grundschulkinder an der Uni Flensburg ist geplant. Gefördert wird das Projekt von der Stiftung Mercator im Rahmen des Programms „Kreativpotentiale“.  

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erstellt am 05.Feb.2017 | 13:58 Uhr

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