Schule ohne Schüler : Inklusion in Etappen

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Ende des Schuljahres wird das Förderzentrum Südtondern endgültig eine „Schule ohne Schüler“ sein

shz.de von
03. Januar 2015, 05:00 Uhr

Das Förderzentrum Südtondern (FöZ), gebildet aus den beiden früheren Sonderschulen, der „Drei-Harden-Schule“ Niebüll und der „Frieda-Erichson-Schule“ Leck, wird zum Ende des laufenden Schuljahres endgültig eine „Schule ohne Schüler“ sein. Dann nämlich werden in Niebüll die letzten Schülerinnen und Schüler des neunten Jahrgangs aus dem Klassenverband verabschiedet. Danach findet der Unterricht für Jugendliche mit Defiziten in ihren Bildungs-, Entwicklungs- und Lernmöglichkeiten nur noch in Regelschulen statt. Fachlich spricht man von inklusiver oder integrativer Bildung. Doch der Übergang von der alten in die neue Unterrichtsversorgung bedurfte und bedarf behutsamer Konzepte.

Über diese berichtete die Leiterin des Förderzentrums, Sonderschulrektorin Daniela Holtemöller, jüngst in der 4. Verbandsversammlung des „Schulverbandes Förderzentrum Südtondern“ unter dem Vorsitz von Bürgermeister Wilfried Bockholt. Sie führte aus, dass für einen möglichst fließenden Übergang individuelle Konzepte gestaltet wurden. In Leck nehmen zurzeit fünf Schüler aus dem achten Jahrgang am Unterricht der Gemeinschaftsschule teil. In Niebüll zählt das FöZ elf Schülerinnen und Schüler der sechsten bis neunten Klassen, die an einem Wochentag komplett im Unterricht der Gemeinschaftsschule mitlaufen. In beiden Gemeinschaftsschulen werden die „Übergangsschüler“ von je zwei Lehrkräften begleitet.

Nach den Worten der FöZ-Leiterin funktioniert die Inklusion immer besser. Das Förderzentrum bemüht sich, in diesem Bereich „Schulentwicklung“ zu gestalten. Die Rede sei auch bereits wieder von einer „Externen Evaluation“, bei der sich das Förderzentrum zur Frage „was läuft bei uns?“ einer Bewertung stellen wird. Unter dem Kürzel „EVIT“ (= Evaluation im Team) öffnen sich die Türen der Klassenzimmer einer Kommission des IQSH, deren Ergebnisse möglichst einer Weiterentwicklung förderlich sein sollen.

Das FöZ Südtondern wird ab dem 1. Februar wieder Ausbildungsschule. Zum Team der zurzeit 20 Lehrkräfte gesellt sich eine Referendarin. Das FöZ-Team betreut neben den bereits genannten 16 internen 180 externe Schüler sowie im präventiven Bereich von 20 Kindergärten temporär 200 bis 250 Kinder, „bei denen wir gucken müssen, ob bei ihnen etwas zu fördern ist“. Niebüll ist zudem ein sogenanntes DAZ-Zentrum. Dieses Kürzel steht für Deutsch als Zweitsprache. Aus der hiesigen Alwin-Lensch-Schule war kürzlich zu hören, dass sie zurzeit 86 Kinder mit Migrationshintergrund unterrichtet, Kinder, von denen etliche kein Wort Deutsch sprechen.

„Was wird aus den beiden Schulen?“ Dieses Frage bleibt vorläufiges Dauerthema auf der Tagesordnung des Schulverbands. In Leck wurden Räume der Frieda-Erichson-Schule dem Haus der Jugend zur Verfügung gestellt. Weiteren Platz nimmt die Offene Ganztagsschule in Anspruch. Das ist auch in Niebüll in der einstigen „DHS“ der Fall, wo außerdem noch ein Teil der Klassenräume an die Haus KoMeT gGmbH vermietet wurde. Hinzu kommt, dass das FöZ auch Eigenbedarf für Büro und Material hat. Zur Bestreitung der Schulkosten verschiedener Art soll das Förderzentrum in diesem Jahr mit Mitteln in Höhe von 303  800 Euro auskommen.

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