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Nordfriesland Tageblatt

24. August 2017 | 06:52 Uhr

Indienhilfe mit Herz und Know-how

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Außergewöhnliches Engagement im Alltag: Hans-Peter Spießwinkel ist einer von vier Kandidaten für die Wahl zum Menschen des Jahres 2014

Hans-Peter Spießwinkel ist Theologe aus Berufung: Das Gebot der christlichen Nächstenliebe ist für ihn unermüdlicher Antrieb und führt den 66-Jährigen über Grenzen von Kontinenten hinweg auf Hilfsmissionen. Schon während der Pastor über 37 Jahre die Kirchengemeinde Risum-Lindholm betreute, engagierte er sich für Hilfsprojekte im afrikanischen Tansania. Später weitete er seine Hilfsbereitschaft auch auf eine Region in Ostindien aus. Regelmäßig vermittelt der Geistliche heute Patenschaften oder sammelt Geld, um ein indisches Waisenhaus für aidskranke Kinder zu unterstützen und dort die Energieversorgung mit Photovoltaikanlagen zu verbessern.

„Durch die Arbeit meines Vaters in der Breklumer Mission bin ich mit dem Wissen um die Dritte Welt aufgewachsen“, erinnert sich der pensionierte Pastor heute. Auch in Indien habe der Vater sich längere Zeit aufgehalten. Wie sich später in seinem Leben herausstellte, sollte dies eine Parallele im Leben von Vater und Sohn werden. Es war im Jahr 1999, als Hans-Peter Spießwinkel das zweite Mal auf den Subkontinent reiste. Was ihn in der Küstenstadt Visakhakpatnam zwischen Chennai und Kalkutta erwartete, hat bis heute einen tiefen Eindruck bei ihm hinterlassen: Kurz zuvor war ein Zyklon mit zerstörerischer Urgewalt über die Küstenstadt hinweggewegt und hatte etwa 50 000 Menschen das Leben gekostet. „Die Flutwelle hat die gesamte Küstenregion zerstört. Dort stand kaum noch etwas – sowas hatte ich noch nicht gesehen.“

Um den Menschen vor Ort helfen zu können, organisierte der Pastor Mittel aus Deutschland. „Viel Geld hatten wir nicht, aber Know-how, das wir einbringen konnten.“ Mit viel Eigenleistung wuchsen so in den ersten Jahren von Spießwinkels Ostindien-Engagement erste kleine Projekte, wo vorher nur Zerstörung war. Bis heute sind durch viele Unterstützer aus Südtondern und großem Eigeneinsatz der Teilnehmer der von Spießwinkel organisierten Begegnungsreisen mehrere Projekte zur Selbsthilfe vor Ort verwirklicht worden. So wurde über die Jahre in einem Slum der Millionenstadt Küstenstadt Visakhakpatnam eine kleine Hähnchenmast aufgebaut. Auch ein Hof mit Wasserbüffeln zur Milcherzeugung wurde von den deutschen Helfern um den Theologen Spießwinkel errichtet. „Ziel der Projekte ist es, Familien vor Ort ein Einkommen zu ermöglichen.“ Auch der Erhalt einer stabilen Stromversorgung durch Photovoltaikanlagen steht auf Spießwinkels Agenda. Dass die Brücke nach Indien, die der Pastor durch sein Engagement baute, auch hält, zeigte sich erst Anfang dieses Jahres. 2014 besuchte eine indische Delegation aus Visakhakpatnam Südtondern (wir berichteten). Der nächste Gegenbesuch der Helfer in Indien ist bereits geplant.


 

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