Seltenes Fest : In der Schmiede hat es gefunkt

Christine und Siegfried Joswiakowski.
Christine und Siegfried Joswiakowski.

Eiserne Hochzeit: Seit 65 Jahren sind Christine und Siegfried Joswiakowski aus Humptrup ein Ehepaar

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19. November 2013, 08:00 Uhr

Christine und Siegfried Joswiakowski aus Humptrup feiern heute nach 65-jähriger Ehe das seltene Fest der Eisernen Hochzeit. Morgens werden Bürgermeister Erich Johannsen und Pastor Matthias Corves sowie Abordnungen aus Vereinen und Verbänden zum Empfang im gemütlichen Eigenheim des rüstigen Jubelpaares erwartet.

Die 83-jährige Humptruperin Christine Joswiakowski, geborene Petersen, lernte ihren zwei Jahre älteren Mann in Braderup in der Schmiede von Carsten Jensen kennen. Dort war sie in der Familie „in Stellung“. Zwei Jahre später begann der von der Insel Rügen stammende Siegfried bei Meister Carsten seine dreijährige Lehre als Schmied.
Nachdem Siegfried Joswiakowski im Krieg verwundet wurde, konnte er nicht mehr zurück in seine Heimat nach Rügen. „Die Grenze war dicht.“ Das hatte zur Folge, dass seine Mutter ihren als vermisst geltenden Sohn erst nach 23 Jahren durch eine Suchanzeige wiederfand.

Von einem Kameraden im Lazarett in Westfalen erhielt der junge Mann die Anschrift von Bauer Bahne Carstensen in Braderup, der ihm Arbeit gab. „In der Schmiede sind wir uns ein bisschen näher gekommen“, erinnert sich Christine schmunzelnd an das erste Zusammentreffen der damals 17-Jährigen mit ihrem 19 Jahre alten, späteren Ehemann. Drei Jahre später wurde Hochzeit gefeiert. Zwei Kinder gingen aus der Ehe hervor, eine heute 65-jährige Tochter und der 64-jährige Sohn, die in Rendsburg beziehungsweise in Dollerup in Angeln ansässig sind. Zwei Enkel und zwei Urenkel vervollständigen die Familie.

Das Ehepaar ist auf seinen vielen Reisen unter anderem nach Kreta, Rhodos, Zypern, Kos und Mallorca bis nach Amerika gekommen. Dorthin war ein Bruder von Siegfried Joswiakowski ausgewandert. Heute lassen sie alles etwas ruhiger angehen, obwohl das Ehepaar die Hände keineswegs in den Schoß legt und sich nicht einmal ein Mittagsschläfchen gönnt. Beide versorgen ihren großen Garten, ziehen Gemüse und Obst, das eingemacht und zu Marmelade verarbeitet wird. Christine kegelt mit ihren Damen, fährt Rad und macht Handarbeiten. Siegfried kümmert sich um das Ehrenmal im Ort, erledigt anfallende Arbeiten für die Gemeinde und versorgt obendrein noch einen Ferienhausgarten am Gotteskoogsee.


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