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Richard Haizmann-Museum : Im sachlichen Stil der 20er Jahre

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Eröffnung der Arvid Gutschow-Ausstellung im Richard Haizmann-Museum: Avantgarde der ersten Stunde.

shz.de von
erstellt am 06.Mai.2013 | 08:23 Uhr

Niebüll | Arvid Gutschow im Richard Haizmann-Museum. Eine kleine Sensation, entstanden aus den exzellenten Verbindungen von Museumsleiter Uwe Haupenthal in die Hauptstadt, speziell zur Alfred Ehrhardt-Stiftung. Zu sehen sind fantastische 1928 auf Sylt aufgenommen Schwarz-Weiß-Fotografien sowie eindrucksvolle Bild-Serien rund um die Schifffahrt im Bremer Binnenhafen und technisch anmutende Impressionen der Firma Hanomag aus den 50er-Jahren. Ein Beispiel: Zahnräder wirken aus der Ferne wie ein Blumenstrauß.

Arvid Gutschow wird gerade wiederentdeckt. "Bedeutend und fast vergessen" ist daher ein programmatischer Titel. Aufgewachsen in Hamburg-Blankenese kam Arvid Gutschow (1900-1984) bereits früh mit der Fotografie in Kontakt. Gutschow war angehender Verwaltungsjurist, wurde später hochrangiger Hamburger Senatsdirektor; nebenher fotografierte er. Dabei interessierten ihn naturnahe Themen wie Wasser, Sonne und Sand, speziell an Elbe und Nordsee. Seine Fotos im Stil des Neuen Sehens wurden später in einer Reihe von Zeitschriften, Bildbänden und Ausstellungskatalogen veröffentlicht.

Gutschow nahm 1929 an der als Markstein der Fotogeschichte zu sehenden Ausstellung "Film und Foto" des Deutschen Werkbunds in Stuttgart teil. Damit gehörte er zur Foto-Avantgarde der ersten Stunde. Nach einer Schaffenspause wurde er ab den 50er-Jahren wieder aktiv, widmete sich der Industriefotografie mit Aufnahmen in der Firma Hanomag und der AG Weser und blieb beim neusachlichen Stil der 1920er.

"Arvid Gutschow erlebte nicht nur seine Prägephase im Umfeld, sondern hat eine gewisse künstlerische Nähe zum Stil der Hamburgischen Sezession", betonte Uwe Haupenthal auf der Vernissage. Zu dessen Vertretern gehörten jedoch auch Richard Haizmann und Alfred Ehrhardt. "Arvid Gutschows Werk drängte sich somit auf."

Dr. Haupenthal wies auf die in den Sylt-Fotos festgehaltenen Riffelungen im Watt und Sand hin; feine, besondere Strukturen, die man auch in Richard Haizmanns Arbeiten entdecken kann.

"Freie Strukturen bestimmten das Werk Arvid Gutschows", so der Museumschef. Stefanie Odenthal von der Alfred Ehrhardt-Stiftung betonte in ihrem Vortrag neben "Klarheit und Ordnung" die "geistige Strenge" der Fotografie sowie Gutschows extreme Perspektiven und technische Präzision. Kurz gesagt: Die Einzigartigkeit in der Bildkomposition. Bis 9. Juni, Eintritt frei; Öffnungszeiten: Montag geschlossen, Dienstag bis Freitag, 11 Uhr bis 16.30 Uhr, Sonnabend, 11 Uhr bis 13 Uhr, Sonntag/Feiertag, 14 Uhr bis 17 Uhr.

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