Starkregen, Hagel, Gewitter : Im Nu Dorfkern unter Wasser

Die Hauptstraße ist unter den Wassermassen verschwunden.
1 von 2
Die Hauptstraße ist unter den Wassermassen verschwunden.

Avatar_shz von
22. August 2008, 06:39 Uhr

Klanxbüll | Gewitter, Hagel und Starkregen - Klanxbüll würde heute Mittag von einem der stärksten Unwetter heimgesucht, die die Einwohner je erlebt haben. "Es hat über zwei Stunden lang wie aus Eimern geregnet", sagte Bürgermeister Friedhelm Bahnsen vor Ort. "Das war zu lang für unsere Oberflächenentwässerung." Die Gullys waren nicht mehr in der Lage, das viele Wasser aufzunehmen. Unter anderem sammelten sich die Massen im Toft und in der Ringstraße.

Am schlimmsten betroffen war die Hauptverkehrsstraße "Am Bahnhof." Sie wurde von Polizei und der Freiwilligen Feuerwehr nach allen Seiten hin abgesperrt. Autos standen im brackigen Wasser, Passanten wateten auf dem Weg zum Supermarkt durch das knietiefe Nass, ließen sich von ihrem Wochenendeinkauf nicht abbringen. "So etwas habe ich noch nie gesehen", sagte Bürgermeister Friedhelm Bahnsen, seit 1990 Einwohner der Gemeinde.
Wasser aus den Seitenstraßen
"Hier ist die tiefste Stelle im Dorf", so Wehrführer Jörg Garmsen. Mit zehn Frauen und Männern war die Klanxbüller Wehr im Einsatz, pumpte was das Zeug hielt - 1 200 Liter in der Minute. Aber es schien einfach nicht weniger zu werden. Das Wasser floss aus den Seitenstraßen nach. Jörg Garmsen: "Über einen B-Schlauch pumpen wir in einen Abwassersiel - und das über die L 8 hinweg. Problem ist, dass sie sehr stark befahren ist." Schlauch-Brücken ermöglichten den Fahrzeugen die Überquerung, einzeln und lediglich im Schritttempo.

Ungläubiges Staunen auch bei den Klanxbüllern, die mit dem Zug von der Arbeit oder den Einkäufen kamen. Es gab kein Durchkommen mehr. "Wo sind die Boote?" rief eine Frau lachend über den neuen "Dorfteich" hinweg. Feuerwehrmann Michael Meyer zuckte nur mit den Schultern. Viele Möglichkeiten blieben da nicht mehr: Schuhe aus und Hose hochkrempeln oder umkehren. Nur die Kinder hatten ihren Spaß, hüpften fröhlich barfuß oder in Gummistiefeln durch das Wasser. Gegen 16 Uhr bekam die Feuerwehr Klanxbüll Verstärkung von der Wehr aus Neukirchen.
"Noch nie erlebt"
"Unser Grundstück steht halb unter Wasser", stellte Ludwig Anton Jebe beim Blick aus dem Fenster fest. Der über 38 Jahre ehrenamtlich tätige Wetterbeobachter registrierte eine Regenmenge von 68 Millimetern auf den Quadratmeter. "Es hat wirklich geschüttet", staunte Ludwig Anton Jebe, der eine solche Regenmenge noch nicht erlebt hat. Als seltsam empfand es der langjährige Wetterbeobachter auch, dass es kaum Wind gab.

Der Kern des Unwetters lag offenbar über Klanxbüll mit Ausläufern Richtung Lübke-Koog, Neukirchen und Aventoft. "Es kommt eine Masse von oben", hieß es aus dem Nolde-Museum. Auch in Aventoft regnete es sei Mittag unaufhörlich, wobei hier "nur" 25 Millimeter gemessen wurden. Im Lübke-Koog gab es mit 40 Millimetern einiges mehr an Wasser.

Im Emmelsbüll-Horsbüll blieb es zunächst noch trocken. "Es ist alles ganz schwarz rundherum", registrierte Bürgermeister Günter Carstensen allerdings besorgt. Dass es wenige Kilometer weiter wie aus Eimern schüttete, fand er nicht ungewöhnlich. "Das ist ganz oft so. Hier ist es trocken und in Klanxbüll umgekehrt."

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen