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Nordfriesland Tageblatt

17. August 2017 | 19:34 Uhr

Entenfreunde : Im Einsatz für die Wildenten

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Alljährlich ziehen die Bosbüller Antje Steensen und Paul Burgwald Wildenten auf. Die Naturfreunde sehen den Bestand durch Krähen bedroht.

Antje Steensen und ihr Lebensgefährte Paul Burgwald, zwei leidenschaftlich engagierte Naturfreunde aus Bosbüll, betreiben seit vielen Jahren aktiven Naturschutz. Dabei liegen ihnen die Wildenten besonders am Herzen, deren Bestand nach ihrer eigenen Beobachtung deutlich zurückgegangen ist. „In den Jahren 2005 und 2006 mussten wir miterleben, dass am Teich vor unserem Haus Wildenten brüteten, deren Nester aber von Krähen heimgesucht wurden. Diesen fielen die Eier, später auch die Küken, radikal zum Opfer,“ erinnert sich das Paar. Nun liege das ja in der Natur, nehme aber entschieden überhand.

Ab 2007 wurden die Entenfreunde gewahr, dass ihre Enten ihre Eier in den Unterständen der Ställe für die Lämmer ihrer kleinen Schafzucht ablegten und auszubrüten begannen. Um dem Entennachwuchs eine reelle Überlebenschance zu bieten, schlossen Antje Steensen und Paul Burgwald nach der Brutzeit von 20 bis 22 Tagen die gut gesicherten Unterstände ab. Dank dieser Schutzmaßnahme gelang es der Entenmutter, ihre Küken in Ruhe aufzuziehen, die sich mit den Lämmern – nach Art einer Symbiose – hervorragend vertrugen. Daran zu erkennen, dass beide friedlich nebeneinander her lebten, ohne sich gegenseitig zu stören und sie wechselseitig ihre Aufzucht in Ruhe ließen.

Mit Beginn des Hausarrests für die Entenmutter seien die Küken mit allem versorgt worden, was sie benötigten: mit sauberem Trinkwasser, speziellem Futter und sogar einer kleinen Badewanne. Nachdem die Küken nach drei bis vier Wochen das Alter von widerstandsfähigen „Enten-Jugendlichen“ erreicht hatten, wurden sie auf dem Teich in die Freiheit entlassen. „Das war für uns ein glücklicher Tag,“ so Antje Steensen.

Diese Prozedur einer geschützten Wildentenaufzucht wiederholten die Naturfreunde alljährlich mit Erfolg, abgesehen von einem Jahr, in dem eine Krankheit für einen Totalausfall der Brut sorgte. Es gelang ihnen, bislang schon insgesamt 103 Entenküken den Lebensweg vorzubereiten. In manchen Jahren wurden sogar zwei Unterstände von den Wildenten in Anspruch genommen. In diesem Jahr aber galt es, nur ein Gelege zu betreuen. Die 14 am 24. Mai geschlüpften Entenküken wurden nun in die Freiheit entlassen. Unmittelbar zuvor nahm Antje Steensen die Mutterente „Engeline“ noch einmal liebevoll auf den Arm, was sich diese auch völlig unaufgeregt gefallen ließ. „Vor ein paar Jahren wäre das noch nicht möglich gewesen,“ stellte Paul Burghard fest. „Inzwischen aber haben unsere Schützlinge volles Vertrauen zu uns gefasst.“ Zu beobachten, wie die Entenfamilie auf dem Teich ihre ersten Runden schwamm und ihre beiden bisherigen Betreuer ihr gedankenvoll nachblickten, war ein anrührender Anblick.

Beide Naturschützer beklagten, dass der gesetzliche Schutz der Krähen dazu geführt habe, dass diese überhand genommen hätten, wofür ja auch der drastische Rückgang des Entenaufkommens spreche. Ferner sei zu raten, nicht alle Grasflächen ständig zu mähen, um allen kleinen Tieren, die auf ihnen Sichtschutz finden könnten, mehr Lebensraum zu bieten.

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erstellt am 28.Jun.2016 | 06:00 Uhr

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