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Freiwillige Feuerwehr : Im Einsatz für den Fortschritt

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Für den neuen Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Niebüll-Deezbüll, Sönke Hansen, ist die Gefahrenabwehr die wichtigste Aufgabe.

Nicht stehen bleiben, sondern sich weiterentwickeln – das ist es, was sich Sönke Hansen (46) für sich und seine 87 Kameraden fest vorgenommen hat. „Ich plane zwar nicht, ad hoc viel zu verändern, aber eine Weiterentwicklung nach oben ist immer möglich“, sagt er. Insbesondere die Verbesserung der Sicherheit seiner Kameraden ist ihm eine Herzensangelegenheit.

Über Nachwuchs und Einsatzstärke muss Hansen sich dagegen bei seiner Wehr keine Sorgen machen. „Wir haben zum Glück eine aktive Jugendwehr und auch immer genügend Feuerwehrleute in der Stadt.“ In vielen anderen Gemeinden dagegen arbeiten die meisten Einsatzkräfte außerhalb und stehen dann nicht zu Verfügung. „Das sind Probleme, die wir nicht haben.“

Vor den neuen Aufgaben fürchtet sich Hansen auch nicht. „Ich war drei Jahre lang Stellvertreter von Uwe Mussack (54). Als vor einem knappen Jahr klar war, dass ich als neuer Wehrführer antrete, habe ich angefangen, mehr Aufgaben zu übernehmen.“ Sein Vorgänger erzählt die Geschichte etwas anders: „Mir war schon wenige Wochen nach seinem Amtsantritt als Stellvertreter klar, dass er mein Amt übernehmen wird.“ Dass der Vize-Chef der Feuerwehr zum Leiter wird, sei dabei selten. Meistens kommen und gehen sie als Duo.

„Als Wehrführer möchte ich meinen eigenen Weg finden, ohne dabei Verluste zu erleiden“, schildert Hansen. Das Amt nimmt im Alltag viel Platz ein. Familie, Beruf und das eigene Wohl sollen auch nicht zu kurz kommen. Erschwerend hinzu kommt für Hansen, dass er auf Sylt als Konditormeister arbeitet und damit tagsüber häufig eine Stunde Zugfahrt entfernt ist. Bei Vorgänger Mussack war das um einiges einfacher. Er hat eine Firma in Niebüll und ist damit selbstständig. Die Zeit mit der Flexibilität, die er in die Feuerwehrarbeit gesteckt hat, könne ein Arbeitnehmer kaum aufbringen.

Mit dem neuen Wehrführer kommt deshalb ein neues Organisationssystem; Hansen zur Seite stehen jetzt zwei Stellvertreter. Damit können die Aufgaben auf genügend Schultern verteilt werden. So kann jetzt auch ein Arbeitnehmer das Amt neben Erwerbstätigkeit und Familie bewältigen. „ Meine beiden Stellvertreter Felix Pfeiffer und Jonas Winkler arbeiten auch hier in Niebüll. Zudem passt das mit den Arbeitszeiten so, dass wir uns gut ergänzen und in der Regel immer zumindest einer abrufbar ist.“

Trotz aller Unterschiede in Job und Anfahrtswegen sind sich alter und neuer Wehrführer in ihrem Blick auf die Feuerwehr und ihre Aufgaben einig. „Es geht nicht darum, Orden zu erhalten und schicke Uniformen zu tragen. Unsere Aufgabe ist die Gefahrenabwehr“, schildert der ehemalige Wehrführer von Niebüll-Deezbüll. Sönke Hansen stimmt ihm bekräftigend zu. Nach diesem Leitsatz führte Mussack seine Wehr fast 20 Jahre lang.

Eines der einschlägigsten Ereignisse seiner Amtszeit war die Zusammenführung der Freiwilligen Feuerwehren Niebüll und Deezbüll. „Das war vor 14 Jahren eine regelrechte Zangengeburt. Damals gab es auch viel Widerstand.“ Die Leitenden beider Wehren haben mit viel Einsatz versucht, beide zusammenzuführen – und es ist ihnen gelungen. Ein großes Stück dazu beigetragen haben auch die vielen schweren Einsätze in den folgenden Monaten. Darunter waren Großbrände und schwere Unfälle. „Das sind die Situationen, die wir Feuerwehrleute gemeinsam durchstehen. Das schweißt zusammen – auch außerhalb des Dienstes.“

Menschen, denen das Haus abgebrannt ist oder die einen Unfall hatten, kam er im Einsatz sehr nahe. Das seien intime Momente. „Das ist nicht immer einfach. Doch in der Not helfen zu können, das gibt den Antrieb, sich für die Wehr zu engagieren.“ Diese schweren Einsätze und die Tage danach sind es auch, die ihm nach seiner Amtszeit in Erinnerung bleiben. „Man mag es nicht so sagen, aber das sind Geschichten, die prägen.“

Mit dem Amt des Wehrführers trug er auch eine besondere Verantwortung für die Kameraden, die er jetzt Stück für Stück abgibt. „Man hat einen Blick darauf, dass es den anderen gut geht. Dabei ist besonders das Nachbesprechen von Einsätzen mit Schwerverletzten oder Toten wichtig.“ Aber nicht nur dienstlich hat Mussack viele Gespräche geführt. „Ich war manchmal auch Finanz- und Eheberater.“ Sein Nachfolger Sönke Hansen habe zwar einen anderen Führungsstil, aber er werde das auch alles meistern. „Da habe ich vollstes Vertrauen in ihn.“

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