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Nordfriesland Tageblatt

18. Dezember 2017 | 21:19 Uhr

Öl im Wasser : Illegale Kraftstoff-Entsorgung

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Unbekannte haben das Niebüller Regenwasserrückhaltebecken verunreinigt. Eine Analyse der Gewässerproben steht noch aus.

shz.de von
erstellt am 10.Apr.2015 | 07:45 Uhr

Es riecht deutlich nach Treibstoff, und die Löschsperre führt zum Ufer des kleinen Regenwasserrückhaltebeckens. Mitte März war hier aufmerksamen Anwohnern am Malmesbury-Park, östlich der Tennisplätze, eine Ölverschmutzung aufgefallen. Handelt es sich um Heizöl oder Dieseltreibstoff – Genaueres weiß man noch nicht. „Die Proben befinden sich derzeit in einem Labor“, erklärt Bürgermeister Wilfried Bockholt. Ergebnisse liegen noch nicht vor. „Von den Untersuchungen versprechen wir uns Hinweise darauf, was es ist und in welcher Konzentration eingeleitet wurde.“ Das kleine Regenwasserrückhaltebecken wurde in den 90-er Jahren im Rahmen des Abwasserkonzeptes angelegt. „Eigentlich handelt es sich um ein kleines Vorbecken.“

Das Oberflächenwasser ist inzwischen von einem von der Stadt beauftragten Fachunternehmen abgepumpt worden. Im Raum steht die Gefahr, dass das gesamte Becken entschlammt werden muss. Nicht nur eine kostspielige Angelegenheit, sondern auch fatal für die Umwelt. „Es handelt sich in jedem Fall um Sondermüll“, so der Bürgermeister. Ob es aber soweit kommen wird, soll das Untersuchungsergebnis der Proben bringen. „Nach rein subjektivem Empfinden werden wir wohl nicht weiter tätig sein müssen.“ Was bleibt, sind in jedem Fall die Fragen nach den Ursachen und den Verursachern. Wie das Öl oder der Treibstoff in das Gewässer gelangt war, steht derzeit nämlich noch nicht fest.

Welche Schäden kann Diesel oder Öl in Gewässern anrichten? „Das hängt natürlich von der eingeleiteten Menge und der Größe des Gewässers ab“, sagt Carl-Heinz Christiansen, Vorsitzender des Nabu Nordfriesland. Allgemein gelte: Ein Liter Öl kann eine Million Liter Grundwasser verseuchen, das somit als Trinkwasser nicht mehr verwendet werden kann. „Öl kann das Gefieder von Vögeln verkleben, schottet zudem das Wasser nach unten hin ab. Benzin hingegen verflüchtigt sich.“ Der Teich sei ein in sich geschlossenes System, die Gefahr des Abfließens beziehungsweise des Verteilens daher gering. Christiansen: „Wenn allerdings das Erdreich verseucht wird, muss es ausgetauscht werden. Aber darüber kann nur ein Gutachten Auskunft geben.“ Im Falle des Regenwasserrückhaltebeckens, es ist hauptsächlich von Kleinstlebewesen bevölkert, habe man offensichtlich die Gefahr erkannt und alles getan, um Schlimmeres zu verhindern.

Bisher sind Carl-Heinz Christiansen aus der Vergangenheit keine Vorfälle von Schadstoffeinleitungen in der näheren Umgebung bekannt. „Es ist verboten, es muss geahndet werden und es macht einfach keinen Sinn, Schadstoffe in einem Teich zu entsorgen. Dafür gibt es Sammelstellen und Deponien.“

Behältnisse wurden im Niebüller Fall übrigens nicht entdeckt. Fest steht, dass das größtenteils schwer zugängliche Gelände mit dem Pkw nicht befahrbar ist. In jedem Fall handelt es sich um eine Umweltstraftat, die verfolgt wird. „Es wurde Anzeige erstattet, die Umweltpolizei ist informiert“, erklärt Wilfried Bockholt. „Ein Ermittlungsverfahren wegen Gewässerverunreinigung wurde eingeleitet“, bestätigt auch Matthias Glamann von der Pressestelle der Polizeidirektion Flensburg. „Beamte vom Umweltschutztrupp beim Fachdienst in Husum ermitteln wegen Verdachts des Verstoßes gegen Paragraf 324, einer Straftat nach dem Strafgesetzbuch.“

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