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Nordfriesland Tageblatt

22. Oktober 2017 | 10:31 Uhr

„Idee soll überall Nachahmer finden“

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Südtonderns Rotarier und Kreis Nordfriesland unterstützen bedürftige Einwohner / Projekt mit Vorbildwirkung für das ganze Land

von
erstellt am 21.Nov.2014 | 10:44 Uhr

Ziel ist es, das Projekt möglichst rasch auf ganz Schleswig-Holstein auszuweiten. Der frühere Ecco-Chef Salem G. Hattab: „Es muss nicht in Südtondern beheimatet bleiben, darf gerne auch über die Grenzen hinaus Nachahmer und Unterstützer finden. Aber es muss nun mal jemand den Anfang machen.“

Und dies ist der Anfang: Südtonderns Rotarier planen, in Kooperation mit dem Kreis Nordfriesland sowie verschiedenen Organisationen ein Hilfspaket für Bedürftige in der Region zu schnüren. Dabei handelt es sich nicht um einzelne, einmalige Aktionen, wie sie in der Vergangenheit durchgeführt wurden, sondern um ein Projekt mit Nachhaltigkeit. Geplant ist, Lebensmittel- und Sachspenden, die, zentral in Südtondern gelagert, verwaltet und katalogisiert werden, anonym, direkt und zielgerichtet an die Bedürftigen weiterzuleiten. Verteiler sind die kooperierenden Hilfs- und Beratungsstellen – sie verfügen für die notwendigen Kenntnisse und Namen. Schuhe, Kleidung, Lehrmittel, Elektronik, Möbel sind willkommen. Doch das Angebot soll über Materielles hinausgehen. „Auch Tagesausflüge oder andere Freizeitaktivitäten für Menschen, die sich Derartiges nicht leisten können, Praktika für junge Menschen in Betrieben und ähnliches sollen ermöglicht werden“, beschreibt Salem G. Hattab das Verfahren. Er ist ehemaliges Vorstandsmitglied des Ecco-Konzerns, lebt seit 37 Jahren in Nordfriesland und ist Ideengeber des Projektes. „Es gibt sehr viel Not und Elend in der Welt, ich habe sehr viel davon gesehen“, berichtet er. „Aber wir müssen gar nicht so weit gehen. Auch bei uns in Nordfriesland gibt es Bedürftige.“ Und ihnen soll durch die neue Kooperation ein weiteres Angebot zugänglich gemacht werden. „Wir wollen unterstützen, egal, in welche Richtung.“

Bereits in der Vergangenheit hat Rotary Südtondern diverse Projekte verwirklicht. Beispielsweise wurden alljährlich zur Weihnachtszeit in großen Mengen neue Ecco-Schuhe an bedürftige Kinder und Erwachsene verschenkt, Organisationen wie die Eltern-Start-Hilfe in Niebüll oder „Wiki 44“ in Leck regelmäßig unterstützt – mit Sachspenden für junge Mütter, Eltern und deren Angehörige. Karin Jacobsen-Jordt, langjährige, ehemalige Leiterin der Niebüller Einrichtung, ist jetzt im Kreis (Sachgebiet Frühe Hilfen) beschäftigt und maßgeblich an den Planungen für das neue Großprojekt, das weit über Einzelaktionen hinausgeht, beteiligt.

„Die Südtonderander sind richtig gute Nordfriesen“, lobt Landrat Dieter Harrsen die Aktion. „Fachlich passt das Projekt genau zu uns.“ Er ist begeistert und verspricht, zunächst Manpower und einen geeigneten Lagerort beizusteuern. „Unsere Leute sind dabei, wo Hilfe benötigt wird, wo ehrenamtliches und professionelles Wirken zusammengeführt werden.“ Vieles sei hauptamtlich einfach gar nicht zu leisten. Mit im Boot für den Kreis Nordfriesland sitzen neben Karin Jacobsen-Jordt auch Daniel Thomsen vom Fachbereich 5 „Jugend, Familie und Bildung“ sowie Martina Kipp, Regionsleitung Sozialraum Mitte. Integriert werden weiterhin zunächst die Sozialzentren in Leck und Niebüll, sowie die Sozialräume: Sozialraum Süd (Einzugsgebiet Eiderstedt, Friedrichstadt, Tönninng, Garding, Sankt-Peter-Ording), Sozialraum Husum (Einzugsgebiet Husum Stadt, Hattstedt), Sozialraum Mitte (Einzugsgebiet Amt mittleres Nordfriesland und Amt Viöl) und der Sozialraum Nord (Einzugsgebiet Amt Südtondern).

Daniel Thomsen: „Die Mitarbeiter wissen, in welchen Familien welcher Bedarf herrscht. Sie kennen die Brennpunkte.“ Eine Lenkungsgruppe wird regelmäßig zu den Rotariern Kontakt halten. Die Schnittstelle sieht Thomsen derzeit in Südtondern. Unterstützt wird das Projekt zudem von den katholischen und evangelischen Kirchen sowie intensiv von den Mürwiker Werkstätten in Niebüll.

Auch der Rotary-Club Südtondern geht eine Selbstverpflichtung ein, ist zunächst mit einem Fünferteam dabei, beschäftigt sich mit dem Aufbau der Organisation. Zu ihnen zählen neben Salem Hattab (Dipl.-Ing. – IBA – International Business Adviser) auch Thomas Bérard (Geschäftsführer des Sozialzentrums Südtondern), Christian Kluger (Arzt – Gesundheitsamt Kreis Nordfriesland), Christian P. Andresen (Dipl.-Ing., Firma Christian P. Andresen – Elektrotechnik) und der amtierende Rotary-Präsident Südtonderns - Hans Jürgen Jannsen. Salem G. Hattab hofft auf möglichst viele Unterstützer aus der Wirtschaft. Dafür möchte er zum einen seine guten, weltweiten Kontakte nutzen, setzt aber auch auf regional und landesweit beheimatete Unternehmen und Konzerne als Förderer und Multiplikatoren. Auch andere Rotary-Clubs werden um Unterstützung gebeten. Eine genaue Zeitvorgabe hat sich der ehemalige Manger für das Projekt nicht gesetzt. Vieles hängt von der weiteren Resonanz ab. Gemeinsam wollen alle Aktiven ein Signal setzen, zeigen, dass es sich lohnt, etwas zu tun, Nachhaltigkeit erzeugen und eine Vernetzung aufbauen. „Wir alle sind sicher, dass wir den Weg positiv gehen werden.“

Landrat Dieter Harrsen: „Für den Kreis ist diese Zusammenarbeit eine Premiere. Rotary hat Ressourcen, über die wir nicht verfügen – und umgekehrt. Das alles ist topp.“

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