Humptrups Hunde werden teurer

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Gemeindevertreter stimmen für die Erhöhung der Hundesteuer um 60 Euro / Auch die Abwassergebühren sollen steigen

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18. Dezember 2014, 11:24 Uhr

Die Emotionen unter den anwesenden Bürgern während der Einwohnerfragestunde in der Humptruper Gemeindevertretersitzung schlugen hoch: Grund war die geplante Erhöhung der Hundesteuer von bisher 40 Euro auf 100 Euro für den ersten Hund. Der zweite gehaltene Hund kostet künftig 120 Euro und jeder weitere Hund 140 Euro pro Haushalt. Frage eines Bürgers: „Können wir den Antrag stellen, die Hundesteuer abzuschaffen und dafür andere Steuern, wie Kleintiersteuern einzuführen?“ oder „Wir Hundehalter sehen uns nicht verantwortlich für die finanzielle Situation der Gemeinde, und es kann nicht sein, dass dieses nur auf einzelne Schultern verteilt wird.“ Dabei wurde eine Erhöhung an sich nicht kritisiert, sondern der drastische Sprung.

Im Gesamthaushalt für das nächste Jahr belaufen sich diese Einnahmen auf rund 10  000 Euro. Sowohl Bürgermeister Erich Johannsen („Humptrup ist inzwischen eine Bedarfsgemeinde geworden!“) wie auch Finanzausschussvorsitzender Asmus Thomsen („Man zwingt uns zur Steuererhöhung, und die Hundesteuer war bisher extrem niedrig. Die bisherigen Schlüsselzuweisungen des Landes reichen nicht mehr aus, deshalb erhalten wir eine Sonderzuweisung“) rechtfertigten das Vorhaben. Auch Tim Kamke vom Amt Südtondern wies auf den Erlass des Landes mit den rechtlichen Vorgaben hin. Bei zwei Gegenstimmen (unter Beifall der Zuhörer) wurde schließlich die Nachtragssatzung über die Erhebung der Hundesteuer von den übrigen neun Vertretern verabschiedet.

Der anschließend von Asmus Thomsen erläuterte Haushaltsplan für 2015 zeigte bei geplanten Erträgen von 739  600 Euro und Aufwendungen von 873  200 Euro dann auch einen Jahresfehlbetrag von 133  600 Euro auf. Darin ist eine Abschreibung von 72  000 Euro enthalten. Größter Aufwandsposten sind die Schulkosten mit 219  000 Euro. Trotz der Erhöhung der Grundsteuern A und B von bisher 380 auf 390 Prozent bei gleich gebliebenem Gewerbesteuersatz von 380 Prozent. Für die geplanten Ersatz-Investitionen im kommenden Jahr von 36  500 Euro, überwiegend für die Feuerwehr, ist eine zinslose Kreditaufnahme von 32  500 Euro bei der Amtskasse erforderlich. Neben rund 351  000 Euro Gesamtsteuereinnahmen erwartet man Schlüsselzuweisungen von 301  000 Euro. Die festen Ausgaben belaufen sich auf 636  000 Euro (95 Prozent). Dabei schlagen die Umlagen mit 341  000 Euro zu Buche. Die Vermögenslage der Gemeinde ist laut Asmus Thomsen noch gut, denn man ist schuldenfrei, aber es fehlt an Liquidität, sprich entsprechende laufende Einnahmen. Das zeigte auch die Bilanz 2013 mit einem Volumen von 1,3 Millionen Euro wo das Eigenkapital noch 847  773 Euro beträgt, was knapp 64 Prozent bedeuten.

Auch die Gebühren für die zentrale Abwasserbeseitigung der Gebietskläranlage Kahlewang musste erhöht werden, da diese vom Gesetz her kostendeckend arbeiten muss, was zuletzt nicht mehr der Fall war. So beläuft sich die Grundgebühr künftig auf 16,50 Euro pro Monat und die Zusatzgebühr auf 2,80 Euro pro Kubikmeter Schmutzwasser. Einstimmig genehmigt wurde die 1. Änderung des B-Planes Nr. 3 für das Gebiet unmittelbar westlich der Bahnstrecke Niebüll - Süderlügum und südlich der Gemeindegrenze Süderlügum, wo ein Unternehmer Baumaßnahmen plant.

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