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C.-P.-Hansen-Preis : Hohe Auszeichnung für Albert Panten

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Viel Lob und Anerkennung wurden dem Friesen- und Heimatforscher bei der 50. Christian-Peter-Hansen-Preisverleihung auf Sylt zuteil.

von
erstellt am 10.Dez.2013 | 09:00 Uhr

Die Feierstunde im Alten Kursaal war eine Lehrstunde in Sache Friesentum: Am Sonntag erhielt Albert Panten aus Deezbüll den diesjährigen C.-P.-Hansen-Preis. Bereits mehrfach wurde Albert Panten als über die Landesgrenzen bekannter Geschichtsforscher mit hohen Auszeichnungen geehrt, der 50. C-P-Hansen-Preis ist die Krönung. Albert Panten forscht seit mehr als 40 Jahren intensiv über die Geschichte Nordfrieslands, insbesondere des Mittelalters und der frühen Neuzeit.

Kuratoriumsvorsitzender und Bürgervorsteher Peter Schnittgard und Klaus Mungard als Mitglied des Kuratoriums – begrüßten am Sonntagvormittag die Gäste (Letzterer auf Friesisch)in dem vollbesetzten Saal. Erstmals war eine Ministerin zur Preisverleihung erschienen. Anke Spoorendonk, zuständig für Kultur und Europa, spannte einen weiten Bogen. Albert Pantens Engagement um das Friesische gehe Hand in Hand mit dem Bemühen in Europa Minderheiten zu schützen. So liegt ein von Albert Panten mitformulierter Antrag auf „immaterielles Weltkulturerbe“, die Bewahrung des Biikefeuers, vor.

Nachdem Renate Schneider friesische Gedichte von C. P. Hansen vortrug, hob Professor Dr. Joachim Reichstein aus Schleswig zu einer glänzend formulierten Laudatio an. „Albert Panten müsste man erfinden, wenn es ihn nicht gäbe!“, war sein Kernsatz. Warum wanderten die Friesen nach Norden? Was verschaffte ihnen die generationenlange Feindschaft der Dithmarscher? Wie starb Dänenkönig Abel wirklich? Antworten auf diese und viele andere Fragen gab der Historiker. Panten schrieb und veröffentlichte Abhandlungen oder Bücher über den nordfriesischen Adel, die Auswanderungen, über Biike, Burgen, Deichbau, Köge Familiengeschichte(n), Landschaftskunde, Klima, Kirchengeschichte – und Nordfrieslands Kriminalgeschichte. Er editierte Chroniken, prüfte Quellen – und gilt so als unerbittlicher Mythenkiller.

Neben zahlreichen Veröffentlichungen zur Sylter Geschichte forscht Albert Panten seit vier Jahrzehnten unter anderem im Landesarchiv in Schleswig, in der Landesbibliothek in Kiel sowie im Sylter Archiv und im Nordfriisk Instituut – derzeit besonders über den herausragenden Chronisten C.P. Hansen als Schöpfer eines eigenständigen friesischen Selbstverständnisses und Geschichtsbildes. Spätere Vertreter der friesischen Sprachbewegung auf Sylt wie Nann Mungard und Boy Peter Möller waren Schüler C. P. Hansens.

Durch sein intensives Forschen und Unterstützen der digitalen Dokumentation von Manuskripten und Originalmaterialien aus dem Nachlass von C. P. Hansen hat Albert Panten mit seinem profunden Wissen um den Sylter Chronisten und dessen Familie wichtiges Kulturgut für Sylt und Schleswig-Holstein öffentlich gemacht. „Die Griechen hatten Herodot, den Vater der Geschichte. Wir haben Albert Panten, den Herodoton der Nordfriesern“, schloss Professor Dr. Joachim Reichstein.

Der Beifall wollte nicht enden, als Albert Panten die Urkunde überreicht und die Ehrennadel angesteckt bekam.
In seiner Dankesrede berichtete Albert Panten über Details seiner Arbeit, widmete sich ausführlich den Forschungen zu C. P. Hansen. Anekdoten- und kenntnisreich ging er auf das Verhalten der alter Sylter ein, die schon früher mit dem Zeitgeist zu kämpfen hatten. Grußworte der Bürgermeisterin Petra Reiber, des 2. Vorsitzenden der Söl’ring Foriining, Jürgen Ingwersen, und des Leiters des Nordfriisk Instituuts, Thomas Steensen, schlossen sich an. Man war sich mit Steensen einig, dass Albert Panten „die beste Wahl“ sei. Der dreistündige Festakt klang bei Musik – Jürgen Borstelmann und Thomas Vester interpretierten wunderbar ein Tanzstück von Peter Hansen, dem jüngeren Bruder des Sylter Allround-Genies C. P. Hansen – bei einem Imbiss aus.

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