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Hilfe für Siebenjährige : Hoffen auf ein Analyse-Gerät

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Familie Matthiesen bittet um Spenden, um der körperlich und geistig behinderten Jule das Leben zu erleichtern.

shz.de von
erstellt am 31.Mär.2015 | 08:15 Uhr

Jule Matthiesen wird niemals gesund werden. Die Siebenjährige ist körperlich und geistig behindert. Außerdem ist ihr Salz- und Wasserhaushalt zerstört. Um nicht zweimal wöchentlich zur Analyse ins Niebüller oder Flensburger Krankenhaus fahren zu müssen, wünscht sich Mutter Tanja ein mobiles Blutgas-Analysegerät. Das kostet knapp 11 000 Euro. Zu teuer für die Familie.

Die kleine Jule kam gesund zur Welt. Mit dreieinhalb Monaten erkrankt sie an einer Hirnhautentzündung. Die Folgen veränderten das ganze Leben der Familie Matthiesen: Jule muss ständig unter Beobachtung bleiben. Ihr Sprachzentrum ist geschädigt, der Temperaturhaushalt zerstört, ihr fehlt das Stress- und Schilddrüsenhormon. Auch schlafen würde Jule nicht, wenn sie kein Schlafmittel bekommen würde. Und trotzdem ist keine Nacht sehr lang.

Inzwischen besucht Jule die Carl-Ludwig-Jessen Schule in Niebüll, eine Pflegekraft begleitet sie. Durch die vielen Medikamente ist sie ein kräftiges Mädchen geworden. „Sie kennt kein Sättigungsgefühl. Ich muss immer aufpassen, was und wie viel sie essen darf“, erklärt Tanja Matthiesen. Verschiedene Therapien stehen auf dem Wochenplan. „Mama“ kann Jule inzwischen sagen und reagiert mit ihren Mitteln auf den Tonfall, mit dem mit ihr gesprochen wird. „Sie kann zeigen, was sie möchte“, sagte die Mutter. Was sie noch nicht kann, ist gehen. Jule krabbelt und robbt durch die schwellenfreie Wohnung. Der Rollstuhl ist zum wichtigen Hilfsmittel geworden. „Jeder Mäusefortschritt, den sie macht, ist für uns eine große Sache und eine Freude, die ein normaler Mensch sicher nur schwer verstehen kann“, überlegt Tanja Matthiesen.

Vor zwei Jahren kamen Epileptische Anfälle in allen Formen hinzu. Mehrmals am Tag hält das junge Mädchen kurzzeitig inne, fällt nach vorn, der Körper krampft und verliert jegliche Art von Spannung. Sie bekommt keine Luft. Mutter Tanja und die große Schwester Mayra eilen dieses Mal zur Hilfe, beruhigen, streicheln. Die Angst vor dem Ersticken ist groß, bei Jule selbst wie auch bei den anderen Familienmitgliedern. „Ich liebe meine Schwester ganz doll“, sagt Mayra. Sie ist 14 Jahre jung und nimmt wie selbstverständlich Rücksicht auf Jule.

Mutter Tanja ist stark geworden und kämpft für ihre kranke Tochter, damit ihr Leben ein wenig lebenswerter wird. Pflegestufe 3 wird Jule bescheinigt. Pflegegeld aber bekommt sie nicht, denn Vater Dieter arbeitet in Dänemark, und die deutsche Krankenkasse zahlt nur für Sachleistungen.

Der gebrauchte Ford Transit mit der elektrischen Rampe gehörte nicht dazu, aber: „Der musste her!“ Noch heute müssen die Matthiesens diesen abbezahlen. Für das sehnlich erwünschte Blutgas-Analysegerät bleibt kein Geld, zumal Zusatzmaterialien monatlich noch rund 150 Euro verschlingen werden. Doch mit dem Gerät würden die Fahrten zur Analyse entfallen und damit Zeit gewonnen werden können, die die gesamte Familie nutzen kann.

Täglich muss berechnet werden, wie viele Hormone Jule gespritzt bekommen muss. „Würde man das nicht tun, würde Jule in kurzer Zeit austrocknen oder ein Hirnödem bekommen, es würde zum Tod führen“, sagt Tanja Matthiesen. Diese Situation hat sie auf facebook (Tanja Matthiesen, Handy-Nr. 0160/78 98 999) geschildert mit der Resonanz, dass einige Spendenaktionen für Jule und das wichtige medizinische Gerät angelaufen sind. Beispielsweise bei der letzten Niebüller Poker-Stadtmeisterschaft. „Jeder Cent hilf“, meint Tanja Matthiesen und sie weiß: „Die Anteilnahme und die Spenden geben mir so viel Kraft. Dafür danke ich!“

 

 

 

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