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Schnelleres Internet : Hoffen auf die Millionen-Förderung

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Die Breitbandnetzgesellschaft Nordfriesland begrüßt ihren 5000. Kunden. Ein Geldsegen aus Berlin könnte den Ausbau mit Glasfaser beschleunigen.

Es ist viel Geld, um möglicherweise noch sehr viel mehr Geld zu bekommen: Mit 50  000 Euro fördert der Bund das Breitbandprojekt in den Amtsgebieten Südtondern und Mittleres Nordfriesland. Ende Februar wurde in Berlin ein entsprechender Bescheid an Vertreter aus der Region übergeben. Das Verkehrsministerium unterstützt damit den Ausbau von schnellen Internet-Verbindungen in unterversorgten Gebieten. Die 50  000 Euro sind allerdings nur als Hilfe auf dem Weg zum ganz großen Ziel gedacht. Beratung und Planung der Ämter sollen so unterstützt werden, damit sich diese für eine erweiterte Bundesförderung bewerben können. Im Erfolgsfall könnten bis zu 15 Millionen Euro fließen.

Kein Cent von den 50  000 Euro wird also direkt in den Ausbau des Glasfasernetzes gesteckt. Derzeit gehe es erst einmal nur um technische und wirtschaftliche Beratungen, bestätigt Judith Horn vom Amt Südtondern.

Es geht vor allem um Randgebiete, in denen die Versorgung mit Breitband-Anschlüssen bislang zu teuer wäre. In den Gebieten, die sich wirtschaftlich erschließen lassen, baut die Breitbandnetzgesellschaft (BNG) bereits seit 2012 Anschlüsse. „Die magische Grenze für eine wirtschaftliche Erschließung je Gemeinde beläuft sich auf maximal 3500 Euro je Hausanschluss“, sagt Kerrin Carstensen, Leiterin Vertrieb und Kommunikation der BNG. Bis zu 30 Jahre dauere es, bis sich diese Investition amortisiere. „Große Telekommunikationsunternehmen investieren dagegen nur, wenn sie das Geld in zehn Jahren wieder eingenommen haben.“ Daher habe die Gesellschaft – ein Zusammenschluss von Windmüllern, Ämtern und Gemeinden – den Ausbau selbst in die Hand genommen. Ist ein Gebiet zu weit weg von einem bereits versorgten Gebiet oder gibt es zu wenige Interessenten in einer Region, lohne sich der Ausbau nicht. „Die Bürgermeisterin von Aventoft fragt zum Beispiel oft: ,Wann kommt ihr denn zu uns?‘ Aber der Ort liegt wie Stadum an einem Endpunkt. Da müssen wir erst mal durch andere Gemeinden, um da hinzukommen.“

Nun hoffen alle Beteiligten auf das Geld aus dem ganz großen Fördertopf. Eine Entscheidung, ob die zusätzlichen Mittel bewilligt werden, könnte bis zum 3. Quartal fallen. Ist die Bewerbung der Ämter erfolgreich, folgt eine Ausschreibung. Aussichtsreichster Kandidat wäre dann wohl die BNG.


Arbeiten in Niebüll sollen bald weitergehen


In Enge-Sande hat die BNG diesen Monat ihren insgesamt 5000. Kunden ans Glasfasernetz genommen. In Niebüll wird der Ausbau wahrscheinlich fortgesetzt. „Wir sind noch am rechnen“, sagt Carstensen. Sie gehe aber davon aus, dass weitere Teile der Stadt ausgebaut werden könnten. Niebüll sei aktuell noch gut mit alten, aufgepeppten Kupferleitungen versorgt. Daher sei das Interesse an Glasfaserkabeln bei Anwohnern nicht so groß wie in Regionen, wo die Datenautobahn vollends zur Dorfstraße wird. Aber das kenne man schon aus dem vergangenen Jahr. „Damals war die Resonanz erst sehr schlecht. Das Interesse lag am Anfang bei 15 Prozent. Als wir dann mit unseren Baggern angerückt sind, wollten schließlich 70 Prozent einen neuen Anschluss haben.“ Daher habe sich der Ausbau letztendlich doch gerechnet. Nun arbeitet sich die Gesellschaft Stück für Stück vor, um schließlich ganz Niebüll mit schnellen Anschlüssen versorgen zu können – und früher oder später ganz Südtondern.


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erstellt am 10.Mär.2016 | 13:50 Uhr

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