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Nordfriesland Tageblatt

22. Oktober 2017 | 14:35 Uhr

Konzert : Hörgenuss dank spürbarer Spielfreude

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Virtuose Musiker treffen auf ein begeistertes Publikum: Instrumentalisten aus dem Landes-Sinfonieorchester waren in Leck zu Gast

shz.de von
erstellt am 21.Jan.2016 | 10:21 Uhr

Ein durchgehend romantisches Neujahrskonzert bot der Verein der „Musikfreunde in Leck und Umgebung“ im Sitzungssaal des Lecker Rathauses. Gestaltet wurde es von vier Instrumentalisten aus dem Landes-Sinfonieorchester Schleswig-Holstein, die sich aber auch intensiv mit der Interpretation kammermusikalischer Werke befassen: Uta Herfurth (Violine), Peter Geilich (Klavier), Stefanie Schrödl (Flöte) und Andreas Deindörfer (Violoncello). Den Part der erkrankten Geigerin Suleika Bauer, die bei zwei Duos mit dem Pianisten hätte zusammenspielen sollen, übernahm spontan ihre Kollegin Uta Herfurth, die auch diese Aufgabe ohne erkennbare Mühe souverän meisterte.

Zum Auftakt des Musikprogramms präsentierten Peter Geilich und Uta Herfurth zwei „Sonaten für Klavier und Violine“ von Wolfgang Amadeus Mozart: die bei Konzerten häufig gespielte Sonate in e-Moll (KV 304) und die weniger bekannte in B-Dur (KV 378). Beiden Werken ist gemeinsam, dass sie – nach dem Vorbild der „Duetti“ des Dresdner Hofkapellmeisters Joseph Schuster – beide Instrumente gleichrangig agieren lassen und sich somit von der zuvor üblichen Praxis abwenden, dem Piano die Führung zu überlassen und der Violine nur eine begleitende, des Klangbild ergänzende Rolle beizumessen. Vielmehr korrespondieren nunmehr sie „auf Augenhöhe“ völlig gleichberechtigt und tragen sie auch gemeinsam zur Entwicklung der Melodien und Satzgefüge bei.

Das Künstlerduo erwies sich als hervorragend aufeinander eingespielt und glänzte durch die Ausdruckskraft seiner virtuos dargebotenen, an Chromatik und rasanten Läufen reichen Passagen. Mozarts umgesetzten Ideenreichtum griffen sie mit spürbarer Freude auf und wurden dabei ihren spieltechnischen und interpretatorischen Anforderungen in jeder Hinsicht vollauf gerecht. Die Spielfreude der Instrumentalisten sorgte auch beim Publikum für gute Laune und aufmerksames Zuhören. Es hatte offensichtlich Spaß an dem Hörgenuss und dankte dafür mit lebhaftem Beifall.

Der zweite Teil des Konzertes war dem Romantiker Eugène Walckiers (1793-1866) gewidmet, der als Flötenspieler und -lehrer hohes Ansehen genoss und dessen Flötenschule mehrere Jahrzehnte lang berühmt war. Seine Kompositionen aber gerieten größtenteils in Vergessenheit. Auch über das von Stefanie Schrödl, Uta Herfurth und Andreas Deindörfer klangschön wiedergegebene „Grand Trio für Flöte, Violine und Violoncello (op. 35)“ ist in der Fachliteratur nur wenig zu finden. Andreas Deindörfer tat deshalb gut daran, dem Publikum den Lebensweg und künstlerischen Werdegang des als tüchtig, aber sehr bescheiden aufgetretenen Autors in Erinnerung gebliebenen Komponisten zu erläutern. Zu Walckiers Spezialitäten zählte die eigene Bearbeitung bekannter Ohrwürmer aus seiner Zeit, speziell aus dem Bereich des Musiktheaters. Bei dem vier Sätze umfassenden „Grand Trio“ zeigten sich Flöte, Geige und Cello in exzellentem Zusammenspiel, was für ein betörend schönes Klangbild sorgte.

Für den lautstarken, allen vier Instrumentalisten zugedachten Schlussapplaus bedankten sich Stefanie Schrödl, Uta Herfurth und Andreas Deindörfer noch mit einem musikalischen Leckerbissen besonderer Art: der elegischen, unmittelbar zu Gemüte gehenden „Klage des Schäfers“ aus einem Trio von Carl Maria von Weber.

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