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Theater in Risum-Lindholm : Hippies, Nonnen und Schwerverbrecher

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

De Plattdütschen bringen Komödie von Heidi Falthauser „Nix as Nonnen“ auf die Bühne.

shz.de von
erstellt am 16.Sep.2017 | 03:03 Uhr

Niebüll | Lachen ist programmiert, wenn im Andersen-Hüs traditionell im Herbst der Vorhang aufgeht. Die Theatergruppe „De Plattdütschen“ vom dörflichen Veranstaltungszentrum Andersen-Hüs in Risum-Lindholm hat fleißig geprobt und freut sich auf die Premiere. Am Sonntag, 17. September, um 16 Uhr, ist es soweit. Dann kommt das Stück „Nix as Nonnen“ auf die Bühne. Einlass ist bereits um 14 Uhr.

Der Dreiakter ist eine Komödie, geschrieben von Heidi Falthauser; die Übersetzung ins Niederdeutsche lieferte Gerd Meier. Theaterchefin Silke Friedrichsen ist sich sicher, wieder einen Hit zu landen. „Es handelt sich um einen Krimi mit echten Schwerverbrechern“, sagt sie und lacht. Das Ganze ist mit vielen Überraschungsmomenten gestrickt, so dass die Zuschauer kaum zur Ruhe kommen. Ein Gag jagt den nächsten. Dazu verfügen alle Schauspieler über ein erstaunliches Repertoire an Darstellungskunst. Das reicht weit über das gekonnte Grimassieren hinaus. Dennoch „geben sie dem Affen Zucker“, sprich, ein wenig Klamauk darf sein. Situationskomik wird brillant ausgespielt. Die Typen hat die Autorin klasse festgelegt.Nach zwei Jahren ist Kerrin Eggers wieder dabei, dafür macht „Topuster“ Tom Thordsen Pause. Das Vorsprechen (Soufflieren) geschieht daher wechselseitig, je nachdem wer nicht auf der Bühne zu tun hat.

Die Rollen sind gut verteilt. Die katholischen Schwestern Aurea (herrlich: Monika Jessen) und Schwester Erbana (souverän: Silke Friedrichsen) wollen ein Haus, welches das Kloster geerbt hat, renovieren. Doch ausgerechnet diese Bruchbude haben sich auch wildgewordene Gangster für ihren Showdown ausgesucht. Die beiden Nonnen platzen also mitten hinein in den Kampf um die Beute und finden als erstes einen angeschossenen Verbrecher (köstlich: Christian Friedrichsen) in ihrem Schrank. Dieser erbittet von ihnen Asyl und gemäß ihren Ordensregeln verstecken sie ihn bei sich und pflegen ihn. Unterstützung erhalten sie dabei von Moon (wunderbar: Lena Petersen) und Flower (perfekt: Kerrin Eggers) zwei Hippiemädchen, die auf dem Gelände zelten und deren Guru (Andreas Ingwersen). Das kann ausgesprochen komisch werden, wenn dieser Guru Lebensweisheiten und Atemtechniken einbringt. „Liebe und Frieden!“ Dann wird es wieder extrem aufregend. Denn die Verbrecher Olga (Merle Schulte), Dschango (Jan-H. Petersen) und der Gangsterboss (Hauke Friedrichsen) bleiben ihrem Kollegen auf der Fährte und bedrohen die friedfertige Gemeinschaft. Dabei haben sie allerdings ihre Rechnung ohne die heftige Widerwehr des himmlischen Bodenpersonals gemacht.

Ob alles am Ende gut ausgeht, wird nicht verraten. Eins ist aber bereits jetzt klar: Die Krönung des Spektakels sind die Hippies und ihr Guru, die die Nonnen kräftig unterstützen. Die Risumer-Lindholmer Schauspielerinnen spielen ihre Figuren so herrlich abgedreht, dass jede Szene wie ein Knallbonbon daher kommt. Und Andreas Ingwersen gibt den „Baghwan“ einfach überragend. Nicht nur mit seinen Weisheiten, sondern auch mit seiner gesamten Darstellungskraft, zieht er alle Aufmerksamkeit auf sich – nicht zuletzt, wenn er mit dem Gangsterboss auf der Suche nach dem „Sonnengeflecht“ ist, sind Lachkrämpfe programmiert.

Weitere Termine: Mittwoch, 20. September, 20 Uhr, Dienstag, 26. September, 20 Uhr. Weiter geht es am 23./29. November beziehungsweise am 2. Dezember. Nur an diesen Tagen gibt es noch Restkarten. Alle Sonntagsvorstellungen und die Premiere sind ausverkauft. Restkarten gibt es in der Bücherstube Leu in Niebüll, bei der Bäckerpost in Risum-Lindholm und im Andersen-Hüs. Näheres unter www.andersen-hues.de.





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