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Schilderwirrwarr in Niebüll : Hinweise sind selbst für Ortskundige nicht immer klar verständlich

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Verloren im Niebüller Schilderwald: Umweltausschuss diskutiert Lösungen für ein einheitliches System.

Niebüll soll attraktiver werden, besonders für Fußgänger und Radfahrer. Dabei ist nicht nur der Wegebau interessant, sondern auch die Beschilderung: Braucht Niebüll noch mehr Schilder oder ein übergeordnetes Leitsystem? Wie kann man die Fußgänger ab dem Bahnhof durch die Stadt leiten? Welche Hinweisschilder benötigen die Autofahrer – besonders im Gewerbegebiet?

Diese Themen beschäftigt die Parteien, so dass es auf der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Wirtschaft in Niebüll zahlreiche Diskussionsbeiträge gab. Der Ausschussvorsitzende Peter Schumann (SPD) hatte dazu Bernd Hein von der Norddeutsche Eisenbahngesellschaft Niebüll (neg) eingeladen, der über neue Informationssysteme Auskunft gab. Die CDU engagierte sich außerdem zusätzlich per eigenem Antrag für die Verschönerung der Niebüller Eingangsbereiche.


Lokalpolitiker fordern einheitliche Beschilderung


„Wir haben auch aus den Anhörungen in den Gewerbegebieten viele Anregungen bekommen“, so Peter Schumann, „es ist wert, dass Thema wieder neu aufzurollen“. Bauamtsleiter Udo Schmäschke bestätigte, dass die Thematik Beschilderung schon vor längerer Zeit im Fokus stand. „Letztlich ist aber alles im Sande verlaufen“, konstatierte der Ausschuss und will jetzt einen neuen Anlauf starten. Doch zunächst gab es „Input“ in Form von Wortbeiträgen. Thomas Uerschels (SPD) ließ Fotos aus Koblenz kreisen. Dort hatte die Stadtverwaltung rot-weiße Säulen aufgestellt, die per Pfeil punktgenau auf die Entfernungen zu Museen, Sehenswürdigkeiten, Bahnhof oder Bibliothek hinwiesen. „Wir brauchen eine einheitliche Beschilderung“, sagte er.

Tatsächlich gibt es in Niebüll ein „Kuddelmuddel“ aus verschiedenen Schildern. Einheitlich verweisen nur die grünweißen Schilder auf Einrichtungen wie das Hospiz oder das Haizmann-Museum. Mal sind dort die Entfernungen zum Ziel angegeben – auf anderen Tafeln fehlen diese vollkommen. Ein Schild weist wortlos auf den Wohnmobil-Platz hin – gleich gegenüber verkündet ein Wegweiser „Schlauchtausch“. Kurios, denn nur wer sich in der Stadt auskennt, ahnt, dass die Feuerwehr hier ansässig ist. Völlig verloren zeigt ein Schild am Stadtpark zum „Stadion“. Die Richtung stimmt, aber wie geht es dann weiter? Und wie weit muss man laufen, um sportliche Wettkämpfe zu verfolgen?


„Wir brauchen eine Wegweisung für die Unternehmen.“


Auch bei den Informationstafeln für Firmen gibt es offensichtlich Nachholbedarf: Im Gewerbegebiet ist teilweise, selbst der Ortsunkundige verloren, weil in der Vergangenheit stets neue Straßenverbindungen hinzugekommensind. Auch das Navi-System im Auto hilft hier nicht immer weiter, berichten Anwohner aus eigener Erfahrung. „Ein Sammelsurium bringt nichts“, betonte Bürgermeister Wilfried Bockholt. „Wir brauche eine Wegweisung für die Unternehmen.“

Bernd Hein war zur Sitzung eingeladen worden, um über die innovative Lösung der neg zu berichten. „Seit zwei Jahren haben wir die Züge mit Bildschirmen ausgestattet, die zeitnah über die nächsten Zugverbindungen informieren“, so Bernd Hein, „das ist für die Zuggäste eine echte Verbesserung“. Er könne sich vorstellen, dass diese Monitore auch im Touristenbüro in der Kaffemaus nahe des Rathauses, in der Jugendherberge oder in der Stadtbücherei hängen. Die neg sieht sich derzeit sogar in der Lage, diese Monitore „zu füttern“, sagt Hein. Das Infosystem sei ausbaufähig, betonte der Experte. Wilfried Bockholt fügte an, dass der Besucher dennoch zusätzlich eine kleine gedruckte Info benötige.


Bei Workshop im Juli sollen Konzepte beraten werden


Der Vorsitzende des Ausschusses freute sich sichtlich über den Vortrag und lobte den „Hauch von Fortschritt“. Peter Schumann regte an, alles im größeren Kreis zu diskutieren. „Mit Teilnehmern aus dem Stadtmarketing, dem Verschönerungsverein und anderen Fachleuten.“ Andreas Kusserow (CDU) hatte gleich zu Beginn empfohlen, zum Thema Niebüller Eingangsbereiche mit Fachleuten einen Workshop durchzuführen. Nun sollen alle Themen zusammengebunden und beraten werden: Auch ein Termin für das interne Brainstorming steht schon: Am Mittwoch, 12. Juli, wollen sich alle Beteiligten zusammensetzen. Kernpunkte sind dann die Verbesserung der Besucherlenkung beziehungsweise der Fußgängerleitung und der Einsatz von Informationssystemen unter den Aspekten Belebung der Innenstadt und des Gewerbegebietes, des Tourismus sowie die Vorteile für die Bürger, für Besucher, für Handel und Gewerbe.




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