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Anlaufstelle in Niebüll : Hilfsangebot mit Präventionscharakter

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Am 2. Juni startet in Niebüll ein neues Beratungsprojekt für Menschen in besonderen Lebenslagen und deren Angehörige.

von
erstellt am 26.Mai.2016 | 10:31 Uhr

„Fragen – Schnacken – Helfen“ lautet das Motto. In Niebüll startet am Donnerstag, 2. Juni, ein neues Beratungsprojekt für Jedermann in den Räumlichkeiten der Sozialen Einrichtungen Nordfriesland in der Rathausstraße 29. Beteiligt sind neben dem Kreis auch „Desperados-ABBBA“ (Ambulante Beratungs-, Begleit- und Betreuungs-Angebote Niebüll), die Stiftung Uhlebüll und die Mürwiker Werkstätten. Sie ziehen an einem Strang. Geplant ist, das künftig an jeweils dem ersten Donnerstag im Monat von 16 bis 18 Uhr Vertreter der genannten Institutionen im Wechsel den Hilfe- und Ratsuchenden zur Seite stehen. Kostenlos, in einem geschützten Raum und streng vertraulich. Unterstützung gibt es praktisch in allen Lebenslagen und für jeden. „Fragen – Schnacken – Helfen“ ist eine erste Anlaufstelle in der größten Not. Dieses Angebot ersetzt keine Rechtsberatung. Schwerpunkt ist vielmehr die Vermittlung von Ansprechpartnern oder Anlaufstellen in der Region. Es hat Präventionscharakter. Die kompetenten Helfer wollen den Nutzern, die nicht wissen, an wen sie sich wenden können, ihre Ängste nehmen und bei Menschen, die in Krisensituationen stecken und nicht mehr weiter wissen, Schlimmeres verhindern. Kunden erhalten beispielsweise Tipps, um sich im Behörden- und Antragsdschungel zurechtzufinden, schwierige Behördenpost oder ähnliches zu verstehen. Denkbar ist auch die Vermittlung von Ansprechpartnern beim Streit mit dem Nachbarn, bei allen nur vorstellbaren Problemen mit der Alltagsbewältigung, bei Überforderung mit der persönlichen Lebenssituation. „Helfen, bevor das Problem chronisch wird“, unterstreicht Evelyn Feist von Desperados-ABBBA. Möglich ist auch ein Erfahrungsaustausch der Interessierten in gemütlicher Runde.

„Fragen – Schnacken – Helfen“ ist entstanden aus dem 2013 im Kreis Nordfriesland initiierten Modellprojekt Sozialraumorientierung. Hier wurden die Kontakte zwischen den Einrichtungen der Eingliederungshilfe intensiviert. Schnell wuchs der Wunsch nach einem gemeinsamen, niederschwelligen Beratungsangebot. Seit einem dreiviertel Jahr läuft dieses Projekt bereits in Husum (Neustadt) als „Café 21“, und die ersten Erfahrungen sind vielversprechend, macht Klaudia Meyer, Projektkoordinatorin für den Sozialraum Nord (dazu gehören Südtondern, Föhr, Amrum und Sylt) des Kreises Nordfriesland, deutlich. Nun startet es in Niebüll. „Finanziert wird es mit Bordmitteln“, sagt Ute Christiansen (Abteilungsleiterin Wohnen der Mürwiker Werkstätten). „Wir sammeln keine Spenden.“

Wichtig: Das Angebot ist offen für Jedermann. Das gilt für die Nutzer, aber auch für die Berater und bedeutet: Jeder, der sich einbringen möchte (beispielsweise durch Gesprächsangebote, Vorträge oder ähnliches) ist herzlich willkommen. „Jeder, der etwas kann, soll kommen. Es gibt sehr viele Ressourcen in der Region“, lädt Claudia Dillenborger, Geschäftsführerin der Sozialen Einrichtungen Nordfriesland, ein. Diese gelte es zu aktivieren. Klaudia Meyer: „Das Netzwerk soll wachsen, es ist auf Vergrößerung angelegt.“

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