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Nordfriesland Tageblatt

25. November 2017 | 03:17 Uhr

Sucht in Südtondern : Hilfen für Suchtkranke

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Fruchtbarer Erfahrungsaustausch zahlreicher Selbsthilfegruppen zeigt Chancen und Grenzen der Angebote auf

shz.de von
erstellt am 10.Nov.2017 | 06:00 Uhr

Zu einem Erfahrungsaustausch trafen sich zahlreiche Selbsthilfegruppen im Niebüller Beratungs- und Behandlungszentrum (BBZ) des Diakonischen Werks. Gleichzeitig stellten sie Ziele und Möglichkeiten im Rahmen einer Pressekonferenz der Öffentlichkeit vor.
Unter der Leitung des Diplom-Psychologen Harald Marake und der Diplom-Sozialpädagogin Alexandra Mrosek (beide BBZ) zeigte sich schnell, wie vielfältig Suchterkrankungen und wie vielschichtig die Angebote der einzelnen Selbsthilfegruppen sind.

So treffen sich in der Guttempler-Gemeinschaft Alkoholiker und Angehörige, während sich in den Al Anon-Gruppen Angehörige und Freunde von Alkoholkranken zusammenfinden. Neben den Selbsthilfegruppen für alkoholkranke Menschen und deren Angehörige gibt es im Norden Selbsthilfegruppen für Spielsüchtige, Drogenabhängige, Menschen mit Essstörungen und krankheitsübergreifende Freundeskreise für alle Formen von Suchterkrankungen.

„Während das BBZ therapeutische Hilfen anbietet, bieten die Selbsthilfegruppen eine unerlässliche gegenseitige Hilfe der Erkrankten aus ihrem eigenen Erfahrungsschatz mit der Sucht an“, erläutert Harald Marake. „So erwarten wir von jedem unserer Klienten, dass sie sich bereits parallel zur Therapie einer Selbsthilfegruppe anschließen.“Alexandra Mrosek betonte, dass ihre Arbeit sogar noch früher einsetze. So leite sie im BBZ unter anderem eine Motivationsgruppe zur Hinführung an eine ambulante oder stationäre Therapie für Suchtgefährdete und Suchtkranke.

In den Selbsthilfegruppen wird ehrenamtlich gearbeitet. „Unsere Angebote gelten für 24 Stunden am Tag“, hieß es dann auch immer wieder aus ihren Kreisen. „Suchterkrankungen werden häufig von Scham, Vereinsamung und Isolierung begleitet. Dem wirken wir entgegen.“

Deutlich machten die Teilnehmer, dass es für den Erkrankten notwendig sei, die Selbsthilfegruppe zu finden, zu der er uneingeschränkt Vertrauen fasst. So sei ein Wechsel der Gruppe etwas durchaus Normales. „Wichtig ist das Verständnis untereinander. Keiner wird in der Gruppe in irgendeiner Weise verurteilt. Ganz besondere Bedeutung hat unsere Verschwiegenheit. Nichts von dem was wir in der Gruppe besprechen, darf nach außen dringen. Es erfährt auch niemand, wer sich in unseren Gruppen engagiert.“

„Eine Suchterkrankung ist nicht heilbar“, sagt Alexandra Mrosek. „Man muss dauernd daran arbeiten“, betont die Expertin. Das BBZ führe daher eine ständig aktualisierte Liste der in der Region aktiven Selbsthilfegruppen und ihrer Kontaktadressen.




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