Hilfe nach dem Führerscheinentzug

Lars Wittmeier und Rendel Plagemann helfen, den Eignungstest zu bestehen.
Lars Wittmeier und Rendel Plagemann helfen, den Eignungstest zu bestehen.

Das Beratungs- und Behandlungszentrum bietet Kurse an, die auf die Medizinisch-Psychologische Untersuchung zur Fahrerlaubnis vorbereiten

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22. Mai 2015, 12:02 Uhr

Wem die Fahrerlaubnis entzogen wurde, der muss mit einem langen und vor allem auch teuren Weg rechnen, bis er den Führerschein wieder in Händen hat. Drei Monate vor Ablauf der Sperrfrist kann der „Verkehrssünder“ die Neuerteilung der Fahrerlaubnis beantragen. Doch vor Neuerteilung verlangt die Verkehrsbehörde in der Regel die Vorlage des Ergebnisses einer Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU). Im Volksmund auch herabsetzend „Idiotentest“ genannt.

Weil es der Test in sich hat, bedarf es, um die Fahreignung zu beweisen, einer gründlichen Vorbereitung. Die Statistik verrät, dass Erstversuche, den Test zu bestehen, zumeist scheitern. Doch es gibt Hilfen, diese Hürde zu nehmen. In Südtondern sind es die Beratungs- und Behandlungszentren (BBZ) Niebüll und Sylt. Ansprechpartner sind die Dipl.-Psychologin Rendel Plagemann (Niebüll) und der Dipl.-Sozialarbeiter und -therapeut Lars Wittmeier (Sylt).

Eine qualifizierte Beratung und Vorbereitung gibt es vor Ort seit 2006. Von 2012 bis heute erfuhr diese Vorbereitung in Form von Kursangeboten wegen personeller Veränderungen in der BBZ-Leitung eine Unterbrechung. Das Duo Plagemann/Wittmeier ist ab sofort bereit, die Vorbereitung auf die MPU anzugehen und bietet Kurse an. Diese erstrecken sich über acht wöchentliche Gruppenabende zu je eineinhalb Stunden. Der Kursus kostet 400 Euro. In den Kursen geht es zunächst um die Auseinandersetzung mit Gründen des Führerscheinentzugs und dem eigenen Alkoholkonsum. Den Teilnehmern soll ferner geholfen werden, die Eigenverantwortung zu stärken. Es werden „Spielregeln“ im Straßenverkehr erörtert – und jede Menge Infos über die Anforderungen bei der MPU vermittelt und Gesprächsstrategien als Vorbereitung auf die MPU erarbeitet. Die „Führerscheinbehörde“ verlangt in der Regel ein MPU-Gutachten, wenn Alkohol im Spiel war, unter Drogeneinfluss gefahren wurde, wenn das Punktekonto in Flensburg überzogen wurde, eine körperliche Beeinträchtigung zum Unfall führte, Straftaten mitspielen und/oder das Aggressionspotenzial Grenzen überschritt.

Die Erfahrung lehrt, dass eine gründliche Vorbereitung auf die MPU angezeigt ist. Die Wartezeit auf den Führerschein sollte zur Bewusstseinskorrektur genutzt werden. Von der Behörde heißt es, sie verlange mit der MPU eine Prognose, die den Grund des Führerscheinentzugs angeht. Etwa die Hälfte der Gründe, die zum Entzug der Fahrerlaubnis führen, liegen im Alkoholmissbrauch, während sich die anderen Ursachen auf Drogenkonsum und die verschiedenen Straffälligkeiten verteilen. Die Methodik der Begutachtungen unterliegt strengen Regeln. Urin- und Haarproben zu Feststellung von „Auffälligkeiten“ dürfen nur von forensisch-toxikologisch akkreditieren Laboren vorgenommen werden. Was auch immer angeordnet wird und „geregelt“ ist: Der Betroffene kann und muss selbst zur Korrektur seines Verhaltens beitragen. An ihn richtet sich die Order: „Erkenne dich – und ändere dich.“

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