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Landwirtschaft im Blick : Hightech erleichtert die Stallarbeit

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Vom separaten Kälberstall bis zum intelligenten Melkroboter: Uwe Hansen setzt in seinem Betrieb auf moderne Technik

Als Landwirtschaftsmeister Uwe Hansen (52) mit seinem auf über 100 Kühe angewachsenen Milchviehbetrieb mit seiner Arbeitskraft an Grenzen stieß, war er sich mit seiner Frau Anka darin einig, „dass wir was machen müssen“. Unter den möglichen Alternativen, einer personellen Verstärkung oder einer umfassenden Technisierung, entschied er sich für letztere, zumal seine Frau ihren Beruf als Bankerin auch nicht aufgeben wollte. Überdies war das Melken der Kühe mit wachsendem Bestand so zeitaufwendig geworden, dass die Wochenarbeitszeit erträgliche Grenzen überschritt. Die Eheleute Hansen entschieden sich unisono für das aus Schweden stammende vollautomatische Melksystem (VMS) von DeLaval. Für eine Investitionssumme von etwa 200  000 Euro ließ er sich im Kuhstall zwei Melkroboter aufstellen, die jährlich insgesamt 800  000 Liter Milch von den Eutern der zurzeit 115 Milchkühe zapfen. Insgesamt werden auf dem Hof Hansen am Niebüller Milchweg in Süderende 250 Rinder gehalten – inklusive Jungvieh und Vieh in der Bullenmast.

Der Melkvorgang verläuft in der Tat vollautomatisch. „In der Regel gehen die Kühe nach dem Kalben alle sechs Stunden zum Melken, um den Druck im Euter los zu werden“, erklärt Hansen. „In den Melkstand finden sie nach zwei bis drei Versuchen von allein hinein.“ Dort werden sie von einem behutsam arbeitenden Roboterarm empfangen, der zum Euter schwenkt und alle Arbeitsvorgänge besorgt: die Vorbereitung der Zitzen vor dem Melken, deren Lokalisierung, das Ansetzen der Melkbrecher, das aus Hygienegründen erforderliche Absondern der ersten Milch – und das Melken, das etwa fünf Minuten dauert. Ein intelligentes PC-System erkennt am Halsband-Transponder die Nummer der Kuh und leitet ansonsten alle ermittelten Wahrnehmungen zu einem zentralen Rechner, von dessen Monitor alle Daten abgelesen werden können wie Milchmenge, besondere Auffälligkeiten, Futterverbrauch, die nächste Zeit zum (einmal jährlichen) Kalben und sogar fällig werdende Aktivitäten wie das Besamen, das im Betrieb Hansen künstlich besorgt wird.

Hansen: Die Milch gelangt aus dem Melkstand in einem 5000-Liter-Tank, der vom Milchwagen der Nordhackstedter Meierei alle zwei Tage geleert wird. Die Milchproduktion ist noch nichts alles. Die Kälber gelangen etwa 24 Stunden nach der Geburt in den separaten Kälberstall, wo sie zum Jungvieh aufwachsen und nach Geschlechtern „sortiert“ werden. Die weibliche Nachzucht wechselt nach etwa 30 Monaten in die Milcherzeugung, die männliche nach 18 Monaten als „Fettvieh“ in die Fleischproduktion (in der Regel nach Bad Bramstedt). Das sogenannte „Bullkalb“ hat allenfalls den Status der Liebhaberei.

Kühe kalben einmal jährlich. „Ohne Kalb keine Milch“, lautet die Regel im Milchviehbetrieb, der sich mit seinem Futter als sogenannter „Betrieb im Futterbau“ selbst versorgt. Dafür bewirtschaftet Uwe Hausen eine Fläche von 95 Hektar, auf der er das Heu für die Kälber und Silage für die Kühe erntet, Mais für die Fütterung anbaut und zum Teil auch Weizen, der an die „HG“ abgeliefert wird. Zwischen die täglichen Verrichtungen der Rind- und Milchviehhaltung schieben sich von Zeit zu Zeit andere Arbeitsgänge und Termine. Dazu gehören unter anderem die regelmäßige Wartung der hoch sensiblen Technik und die in regelmäßigen Zeitabständen Prüfungen im Qualitätsmanagement Milch.

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