zur Navigation springen
Nordfriesland Tageblatt

17. Oktober 2017 | 19:54 Uhr

Hightech-Anlage im Südergotteskoog

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Für 3,6 Millionen Euro wurde die Kapazität des Klärwerks in zweijähriger Bauzeit nahezu verdoppelt

von
erstellt am 24.Feb.2014 | 10:38 Uhr

Die Stadt Niebüll meldet den Abschluss eines weiteren großen Bauvorhabens. Auf dem Klärwerk im Südergotteskoog wurde der erste Bauabschnitt einer Erweiterung fertiggestellt. Für Kosten von 3,6 Millionen Euro wurde die Kapazität des Werks in zweijähriger Bauzeit von bisher 30 000 auf 50 000 Einwohnergleichwerte (EGW) erhöht. Die Anlage klärt die Abwässer aus der Stadt und den Nachbargemeinden Klixbüll und Braderup.

Dieser Baumaßnahme soll eine weitere folgen, teilte Bauausschussvorsitzender Karl-Heinz Schmidt mit. In Planung ist ein zweiter Bauabschnitt, in dem der Einlauf des Abwassers saniert werden soll. In diesem erfolgt ein erster Arbeitsgang durch einen Rechen und einen Sandfang, die die groben Bestandteile aus dem Abwasser abfangen. Die Anlage ist insgesamt so ausgelegt, dass ihr, wenn erforderlich, ein dritter Bauabschnitt aufgesetzt werden kann.

Zu Erinnerung. Erste Gedanken an eine Kläranlage klangen 1929 zur Zeit von Bürgermeister Kuhs an. Konkret wurde die Gemeinde erst, als 1943 das Abwasser aus dem Hungerfennenweg und 1954 das aus weiteren Straßen im Siedlungsgebiet geklärt wurde. Ein Klärwerk gab es erst Ende der 1950-er Jahr mit 20 000 EGW westlich der Scheune von Landwirt Bonn. Doch schon in den 1970-er Jahren musste Niebüll handeln – wegen der Abwässer von Krankenhaus, Annuss und Meierei. 1982 ging ein neues Klärwerk im Südergotteskoog mit 60 000 EGW in Betrieb. In den 1990-ern wurde dessen Kapazität halbiert – und mit der jetzigen Maßnahme wegen Überlastung und nicht zufrieden stellender Reinigungsleistung auf 50 000 EGW erhöht. Zu erwähnen ist noch, dass sich 2001 Klixbüll und wenig später auch Braderup dem Klärwerk anschlossen.

Das Schmutzwasser fließt dem Werk durch das Kanalnetz zu. Dieses misst zusammen mit den Regenwasserleitungen eine Länge von 100 Kilometern. Unterwegspumpwerke drücken das Abwasser ins Werk, das täglich bis zu 2400 Kubikmeter Schmutzwasser klärt. Über Rechen und Sandfang gelangt dieses in die Vorklärung, die ihm den Schlamm abfiltert. Der weitere Weg des Abwassers führt durch zwei parallel nebeneinander laufende Anlagen, durch die bereits vorhandene Durchlaufanlage und die neue „SBR“-Anlage („Sequencing-Batch-Reactor“), die in einem sechsstündigen Zyklus mit biologischer Reinigung und Sedimentation arbeitet.

Reinigungsleistungen und Wasserqualität seien hervorragend, berichtet Abwassermeister Daniel Johannsen, der in seiner Zentrale die Kläranlage, die Pumpwerke in Niebüll, Klixbüll und Braderup sowie das Schöpfwerk am neuen Regenwasserrückhaltebecken digital steuern kann. Hightech im Südergotteskoog. Davon konnten sich Vertreter aus Kommunalpolitik, beteiligten Firmen und Verwaltung bei einem Rundgang durch die mittlerweile hochmoderne Anlage überzeugen.





zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen