Highlight zum Abschluss

Ioana Crisna Goicea und Stanislas Kim.
Ioana Crisna Goicea und Stanislas Kim.

Am Ende der Konzertsaison präsentierten die Musikfreunde Leck ein sagenhaftes Klassikvergnügen mit dem Trio Ovide

shz.de von
05. Dezember 2018, 16:35 Uhr

Ein echtes Highlight hatte der Verein der Musikfreunde Leck und Umgebung zum Abschluss der Konzertsaison versprochen. „Wir mussten die Musiker des Trios Ovide extra aus Heide abholen, da der Bahnverkehr lahmgelegt war“, berichtete die erste Vorsitzende Heidi Specht-Christel über die besonderen Rahmenbedingungen.

Die junge Geigerin Ioana Crisna Goicea war bereits 2017 mit Mara Mednik zu Gast und hatte die Zuhörer nachhaltig beeindruckt. In der Zwischenzeit gewann sie nicht nur den renommierten Michael-Hill-Wettbewerb in Neuseeland, sondern auch den Deutschen Musikwettbewerb und ist nun permanent rund um den Globus unterwegs, teilte die Vorsitzende mit. Nach Leck brachte die Ausnahmemusikerin ihre nicht minder erfolgreichen Partner vom Trio Ovide mit. Das Programm reichte an diesem Konzertabend von Mozarts fröhlich unbeschwertem Trio in G‐Dur über Beethovens „Geistertrio“ bis hin zu Schostakowitschs erstem Klaviertrio.

Das leicht zugängliche Mozart-Trio ist leicht und unbeschwert. Es beginnt gefällig, das Klavier führt in das Thema ein. Die Violine übernimmt die Exposition beim zweiten Thema, in der Reprise beim Cello. Die rhythmische Übereinstimmung ist ähnlich, auch in der Melodie ist es so. Mit Modulationen geht es durch verschiedene Dur- und Moll-Tonarten, fortgesetzt mit stürmischen Sechszehntel-Läufen. Der letzte Satz hat mit seinem beschwingten Rondo-Thema und virtuosen Klavierpassagen Ohrwurmqualität: Die Instrumente übergeben dabei einander immer wieder die Führung. Mal ist es Stanislas Kim am Violoncello, dann wieder Marie Rosa Günter am Flügel oder aber Ioana Christina Goicea.

Die drei jungen Musiker überzeugten mit brillanter Spieltechnik, gefielen mit einem absolutem Elan, punktgenauer Intonation und speziell Stanislas Kim überraschte mit seinem entschlossenem Strich.

Mit dem Finalsatz in D-Dur kehrte das Trio zu einer sehr entspannten Stimmung zurück. Mit Dmitri Schostakowitschs Trio Nr. 1 c-Moll, das er als 17-Jähriger komponierte, ging es in die Schlusskurve. Das Trio entfaltete in einem einzigen umfangreichen Satz verschiedene Charaktere, die für den Komponisten später typisch werden sollten: ein Klagemotiv (zu Beginn im Cello und durchgängig als „Leitmotiv“); ein motorisches erstes Thema und ein lyrisches zweites; martialische Verdichtung in der Durchführung; Lösung in der Reprise. Wieder entfaltete das Trio Ovide eine unglaubliche musikalische Könnerschaft, gepaart mit großem gegenseitigen Spielverständnis.

Ein Hochgenuss für die Ohren – und das Lecker Publikum entließ die jungen, bravourösen Musiker erst nach minutenlangem Beifall. Eine Debussy-Zugabe stellte die Fans zufrieden – und auch die Musiker strahlten vor Freude.

Der Dank der Musikfreunde geht an Heidi Specht-Christel und Constanze Vogel sowie Reinhard Kampmann für diese tolle Bereicherung des kulturellen Lebens.

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