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Weltliteratur in Niebüll : Hieronymustag: Friedhelm Rathjen übersetzt live in Niebüll

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Zum Internationalen Übersetzertag am Dienstag, 30. September, wird sich Friedhelm Rathjen in der Stadtbücherei Niebüll bei seiner Arbeit über die Schulter schauen lassen

Zum Internationalen Übersetzertag am Dienstag, 30. September, wird sich Friedhelm Rathjen in der Stadtbücherei Niebüll bei seiner Arbeit über die Schulter schauen lassen und vor Publikum bisher unveröffentlichte Textpassagen von Mark Twain übertragen. Beginn der Veranstaltung ist 20 Uhr, Einlass ab 19.30 Uhr, der Eintritt ist frei.

Friedhelm Rathjen, 1958 in Westerholz bei Scheeßel geboren, lebt in Emmelsbüll-Horsbüll und ist Übersetzer, Literaturwissenschaftler und Literaturkritiker, Autor unter anderem von Monografien über James Joyce und Samuel Beckett sowie Herausgeber der Zeitschrift „Bargfelder Bote“, die sich dem Werk Arno Schmidts widmet. 2013 wurde Rathjen für sein Gesamtwerk und seine „herausragende Übersetzung ins Deutsche“ vom Deutsche Literaturfonds mit dem Paul-Celan-Preis ausgezeichnet, der ihm im Rahmen der Frankfurter Buchmesse überreicht wurde.

Rathjens Gesamtwerk umfasst zahlreiche Übersetzungen aus dem Englischen umfasst, darunter Werke von Anthony Burgess, Herman Melville, Charles Olson, Gertrude Stein, Robert Louis Stevenson und Mark Twain. Lob brachte ihm insbesondere seine 2012 erschienene Neuübersetzung des Romans „Ein Porträt des Künstlers als junger Mann“ von James Joyce ein.

Der Verein Weltlesebühne lädt am 30. September anlässlich des Internationalen Übersetzertags, nach dem Bibelübersetzer und Schutzpatron des Berufsstandes auch „Hieronymustag“ genannt, weltweit zu Veranstaltungen rund um das Übersetzen ein. Ziel der Aktion ist es, die Arbeit von Literaturübersetzern sichtbar und anschaulich zu machen. Alle Veranstaltungen finden im Format des „Gläsernen Übersetzers“ statt, das im Rahmen einer ein- bis zweistündigen Präsentation Einblick in die Übersetzertätigkeit gewährt: Ein Literaturübersetzer arbeitet öffentlich an einer Übersetzung, macht seine Überlegungen transparent und stellt seine Entscheidungen zur Diskussion.

Insgesamt 21 Veranstaltungen im Format des „Gläsernen Übersetzers“ sind in Niebüll, Flensburg, Kiel, Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Freiburg, Hamburg, Heidelberg, Köln, Leipzig, München, Stuttgart und Zürich geplant. Darüber hinaus werden in 18 Goethe-Instituten, beispielsweise in Bratislava, Buenos Aires, Delhi, Kairo, Peking, Tel Aviv und Wellington, „Gläserne Übersetzer“, zum Einsatz kommen.

„Übersetzt man Literatur, bedeutet jeder Originaltext, jede Ausgangssprache eine neue Herausforderung. Wie viele Varianten probiert man aus, schlägt man im einsprachigen oder im zwei¬sprachigen Wörterbuch nach, recherchiert man bei Wikipedia oder auf der Seite eines Insektenforschers, wie nah bleibt man am Original und wie viel eigene Inspiration fließt in den Text? Im öffentlichen Arbeitszimmer des ,Gläsernen Übersetzers‘ kann man das live mitverfolgen. Ideen, Vorschläge und Kritik aus dem Publikum sind willkommen“, heißt es in einer Ankündigung des 2009 gegründeten Vereins Weltlesebühne, der sich für eine lebendige und streitbare Übersetzungskultur einsetzt.




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erstellt am 18.Sep.2014 | 05:00 Uhr

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