Tag des Kusses : Heute schon geküsst?

Ein Kuss sorgt für einen positiven Start in den Tag.
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Ein Kuss sorgt für einen positiven Start in den Tag.

Wir haben Fakten rund ums Knutschen gesammelt und Politiker aus der Region nach ihrem ersten Kuss befragt.

shz.de von
06. Juli 2018, 10:00 Uhr

US-Forscher haben herausgefunden, dass Menschen, die sich morgens mit einem Schmatz von ihren Liebsten verabschieden, beruflich erfolgreicher sind und weniger Unfälle bauen. Das liegt Psychologen zufolge aber nicht nur am Kuss allein, Sondern am positiven Start in den Tag.

 

Ebenfalls positiv ist die Erinnerung an den ersten Kuss – sollte man zumindest annehmen. Auf die Frage ihrem ersten Kuss mussten ausgewählte Persönlichkeiten aus Südtondern zunächst lange überlegen. Lecks Bürgermeister Andreas Deidert wohnte damals noch in Rinteln, wo er auch seinen ersten Kuss mit einer Schulfreundin austauschte, die wie er 16 Jahre alt war. „Das war schon schön“, erinnert er sich. Wo genau die beiden an dem Tag waren, und wie seine Schulfreundin hieß, das weiß Lecks Gemeindeoberhaupt allerdings nicht mehr. Allerdings: „Wenn Sie mich jetzt fragen würden, wo ich meine Frau zum ersten Mal geküsst habe, könnte ich das sofort beantworten, das war nämlich auf einer Geburtstagsfeier.“

Christine Harksen, Bürgermeisterin von Aventoft, muss ebenfalls eine Zeitlang überlegen. „Ich bin jetzt 41 Jahre mit meinem Mann zusammen, davon seit 39 Jahren verheiratet“, sagt sie. Aber dann fällt ihr doch noch ein, dass der Junge Jochen hieß, es Sommer war und sie mit einer Freundin bei einer Dorfdisko. „Den ersten Kuss, den fand ich schon merkwürdig, aber später wurde es dann besser.“

„Es muss mir gefallen haben, denn es gefällt mir heute immer noch gut“, sagt Friedhelm Bahnsen, Bürgermeister von Klanxbüll, über das Küssen. Bei einer Tanzveranstaltung in Krügers Landgasthof in Emmelsbüll sei sein erster Kuss gewesen. An den Namen seiner allerersten Kusspartnerin erinnert er nicht mehr, aber dass sie dunkelblonde Haare hatte, weiß er heute noch.

Aus der Ferne betrachtet sind die Erinnerungen an den ersten Kuss von der Karlumerin Astrid Damerow gut, damals fand sie es jedoch „na ja“, aber es war auf jeden Fall aufregend. Bei einem abendlichen Rundgang durchs Dorf kam es hinter der Kirche zu dem damals großen Ereignis für die heutige Bundestagsabgeordneten. Dieter Harrsen, Nordfrieslands Landrat, kann sich noch ganz genau an seine Partnerin erinnern: „Der erste Kuss galt mit 15 Jahren meiner Frau, die ich schon in der Schulzeit kennengelernt habe. Ich erinnere mich noch genau an die Disco auf Pellworm. Sie hielt mich für erfahren, war ich aber nicht. Wir haben es dann aber gemeinsam hingekriegt.“

Wissenschaftlich betrachtet halten manche Forscher Küsse für die Liebe unentbehrlich – sogar wichtiger als Sex. „Wenn ein Paar aufhört zu küssen, sind sie innerlich schon dabei, sich zu trennen“, sagt der Berliner Psychologe und Buchautor Wolfgang Krüger.

Nicht zu unterschätzen zum Tag des Kusses am 6. Juli, der laut Wikipedia in den 90er Jahren in Großbritannien etabliert wurde, ist neben aller Romantik die Chemie. Die Lust aufs Küssen ist auch ein Spiel der Hormone. Erst in den vergangenen Jahrzehnten spürten Wissenschaftler den chemischen Grundlagen im Körper nach. Ein Ergebnis: Die Lust aufs Küssen entsteht durch das Zusammenspiel einer Vielzahl von Hormonen – und hat neben dem Wohlfühleffekt offenbar auch Vorteile für die Gesundheit.

Ein paar Beispiele? Die Pulsfrequenz steigt und der Stoffwechsel verbessert sich. Vielküsser könnten dadurch weniger anfällig für Bluthochdruck und Depressionen sein, hieß es schon vor 15 Jahren in einer Untersuchung zum deutschen Jahr der Chemie.

Und ein leidenschaftlicher Kuss gibt aus wissenschaftlicher Sicht den gleichen Kick wie 25 Gramm Schokolade – mit einem Vorteil: Er macht nicht dick.

Nach Umfragen verteilen die Deutschen im Durchschnitt täglich zwei bis drei Bussis. Mit 70 Jahren haben sie damit hochgerechnet 76 Tage lang geküsst.

Und wann ist ein Kuss ein guter Kuss in Sachen Liebe? „Küssen setzt zum einen Spürsinn voraus“, sagt Krüger. „Man muss spüren, was dem anderen gefällt, seine sinnlichen Botschaften aufnehmen, quasi mit ihm reden.“ Küsse seien Gespräche der Lippen und der Zunge. „Es ist der sinnlichste und intimste körperliche Austausch, den wir kennen“, ergänzt er. „Sex kann distanziert sein, aber intensive Küsse sind immer eine sehr intime Form der Annäherung.“ Vom sehr zarten Kuss bis zum leidenschaftlichen, fast gierigen gebe es unzählige Melodien. Und noch etwas Positives: Wer gern und oft küsst, ist laut Forschung glücklicher und lebt fünf Jahre länger.

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