Konzert : Herrliche Klänge in der Marienkirche

Bläserkonzert des Posaunenchores Süderlügum mit Unterstützung des Landesposaunenwarts

shz.de von
24. Juni 2014, 05:15 Uhr

„Das klinget so herrlich“: So lautete das Thema des abwechslungsreichen Bläserkonzerts, das der Posaunenchor Süderlügum in der Marienkirche seiner Gemeinde darbot und dies mit einer Reihe von Ehrungen verdienter Mitglieder verband. Mit von der Partie war auch der für den Norden Schleswig-Holsteins zuständige Landesposaunenwart (LPW) der Evangelischen Posaunenmission, Werner Petersen (Glücksburg), der beim Einstudieren des anspruchsvollen Programms geholfen hatte, den einen oder anderen Konzertbeitrag dirigierte, im übrigen aber die musikalische Leitung dem amtierenden Chorleiter Jörg Eggers überließ und sich selbst als Tuba-Bläser in die Reihe der Bassisten einordnete.

Um den Bläserinnen und Bläsern, die im Halbkreis den gesamten Altarraum ausfüllten, hin und wieder mal eine Verschnaufpause zu verschaffen, trug der neu eingeführte örtliche Organist, Jochen Seeger, auf einfühlsame und spieltechnisch makellose Weise zum einen die „Fantasia (BWV 570)“ von Johann Sebastian Bach, zum anderen die Choralpartita „Danket dem Herrn“ von Gustav Gunsenheimer vor. Ludwig Bultmann sowie Nicole Bossen warteten mit nachdenklich stimmenden Textlesungen auf. Die Hauptlast des frühen Abends aber hatte der Chor zu tragen, der instrumental so besetzt war, dass er wahlweise in schlanker Trombabesetzung oder mit einem weicheren, von den Klängen der Hörner und Tuba bestimmten Register musizieren konnte. Zumeist aber mischten sich beide zu einem reizvollen Ganzen. Zu Beginn der musikalischen Feierstunde waren die Chormitglieder mit dem schmissigen Gospel „He’s got the whole world in his hand“ ins Kirchenschiff eingezogen. Jörg Eggers hieß das zahlreich erschienene Publikum willkommen und stellte klar, die Wahl der Überschrift des Konzertes sei keineswegs ein Indiz für grenzenlose Selbstüberschätzung der Musizierenden, sondern nur der Titel eines von Mozart komponierten Beitrags zum Programm.

Dieses begann mit andächtigen Klängen in Form eines von Ludwig Norman vertonten Gebets und zwei sauber intonierten neo-romantischen Kompositionen des zeitgenössischen Kirchenmusikers Dieter Wendel: „Friede mit Euch“ und „Weil ich Jesu Schäflein bin“. Für das große „Oster-Halleluja“ aus der Zeit der Renaissance, für Doppelchor geschrieben von Jacobus Gallus, begab sich eine Gruppe der Bläser auf die Orgelempore, um mit den im Altarraum verbliebenen teils gemeinsam, teils im Wechsel aufzuspielen. Ihnen gelang eine eindrucksvolle Interpretation des vor Freude frohlockenden Werkes. Alle nachfolgenden Konzertbeiträge stammten von Komponisten aus dem 20. Jahrhundert, so auch die von Erich Broy gefertigte Bearbeitung der bereits erwähnten Mozart-Arie, das andächtige „Stay with me“ von Andreas Lettau und das festliche, glänzend wiedergegebene „Preludio IV“ von Traugott Fünfgeld. Klanglich ein wenig aus dem Rahmen fiel der harmonisch jazzartig angeschrägte „Peacherine Rag“ von Scott Joplin. Bei zwei Chorälen wurde – nach jeweils einem vom Bläserchor vorgetragenen Vorspiel – das Publikum aktiv ins musikalische Geschehen eingezogen, indem es – teils instrumental begleitet, teils a cappella – die Texte der Strophen singen durfte. Zwei Abendlieder, gestaltet wie eine andächtige Serenade, rundeten den musikalischen Teil ab.


Ehrungen für verdiente Musiker


Kurz zuvor hatte Landesposaunenwart Werner Petersen noch eine Reihe von Ehrungen abgehalten, nachdem er den sehr familiären Charakter des Posaunenchors Süderlügum anerkennend hervorgehoben hatte. Dem Dirigenten Jörg Eggers dankte er für zehnjährige engagierte Leitung des Chores. Birgit Bahnsen, Lasse Eggers und Verena Winter überreichte er als chorinterne Ehrung für mindestens zehn Jahre der Mitwirkung im Posaunenchor je eine silberne Bläsernadel. Im Aufrage des Posaunenwerkes steckte Werner Petersen der seit 25 Jahren bläserisch aktiven Annegret Eggers die goldene Bläsernadel der Posaunenmission an. Ihr Ehemann Rainer Eggers erhielt für bereits 40 Jahre im Chor die silberne Ehrenbläsernadel samt Urkunde ausgehändigt.

Mit einer gefühlvollen Zugabe des Bläserchores, einem echten „Bonbon“ für Romantiker, klang das Konzert stimmungsvoll aus.






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