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Nordfriesland Tageblatt

17. Oktober 2017 | 14:06 Uhr

Kommentar : Hemmungen abbauen

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

shz.de von
erstellt am 15.Mai.2014 | 13:00 Uhr

Das Thema Tod schieben viele immer noch so weit wie möglich von sich weg. Umso weitsichtiger ist es allerdings, dass sich andere schon zu Lebzeiten damit beschäftigen. Südtonderns Landfrauenvereine zum Beispiele unternehmen Busfahrten zum Flensburger Krematorium und machen sich in Gemeinschaft ein Bild davon, wie die allerletzte Reise ihrer sterblichen Überreste aussehen könnte. Gut so – das baut Hemmungen ab und macht es einfacher, sich dem Tabu-Thema zu nähern.

Bestattungstourismus gibt es auch in umfangreicherer Form, etwa Fahrten ins Ausland. Dort sind nämlich noch andere Formen erlaubt als Erd-, Urnen- oder Seebestattung. In Tschechien beispielsweise ist es möglich, die Asche des Verstorbenen mit einer Feuerwerks-Rakete in den Himmel zu schießen. Was für ein Abgang! Und wenn es den Angehörigen gefällt und die sich zudem sicher sind, dass sie im Sinne des Verstorbenen handeln: Warum nicht? Wer spezielle (oder auch ganz profane) Vorstellungen und Wünsche für seine Beerdigung hat, sollte das schon zu Lebzeiten festschreiben. Auch wenn es etwas befremdlich anmuten mag, es kann den Hinterbliebenen die Regularien der Beerdigung und den endgültigen Abschied erleichtern, wenn sie wissen, dass sich der Tote seine letzte Ruhestätte und alles, was dazugehört, genauso gewünscht hätte.

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