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Nordfriesland Tageblatt

21. August 2017 | 06:57 Uhr

Heitere und beschwingte Wesen

vom

Rodenäs | Es sind zauberhafte Papierarbeiten: Heiter und beschwingt tanzen ungewöhnliche Frauen durch den Raum des Cafés der Kulturstation. An nahezu unsichtbaren Fäden tanzen und drehen sich die Windbräute und Luftikusse

"Windbräute" ist die Ausstellung von Antje Bergmann-Kupfer überschrieben, die gestern in der Kulturstation Zollhäuser Rodenäs eröffnet wurde.

Die Windbräute und Luftikusse bestehen aus einem meisterhaft kombinierten und detailreichen Arrangement: bunt bemalte Seidenpapiere, gefilzte Wolle, kleine Fundstücke. Jede Windbraut stellt eine unverwechselbare Persönlichkeit dar. Jede ist ein Unikat mit eigener Seele. Unkonventionell und unabhängig, frech und fröhlich - so zaubern sie dem Betrachter ein Lächeln ins Gesicht. "Ich habe schon immer mit Papier gearbeitet", erzählt Antje Bergmann-Kuper. Die Hamburgerin machte auf Amrum viel Erfahrung mit dem ständigen Wind, lernte dort auch ihren Mann, einen Bredstedter Apotheker kennen. Ein bis zwei Wochen braucht sie für die wunderbaren Arbeiten, die auch zu erwerben sind.

Sie arbeitet an zwei bis drei Exponaten gleichzeitig, berichtete Barbara Schmidt-Tychsen von der Kulturstation. Da jede unkonventionell und frech erscheint, sie machen, was sie wollen, betrachtet Barbara Schmidt-Tychsen sie als ein Zeichen für Emanzipation.

Die Künstlerin möchte dem Begriff nicht so ganz folgen, er ist ihr zu abgegriffen. Aber als Zeichen für Optimismus und Lebensfreude sieht sie ihre Werke durchaus. Inspiriert von den Malern des 19. Jahrhunderts wie Gustav Klimt und Alfons Mucha sowie der US- Künstlerin Traci Bunkers erfindet Antje Bergmann-Kupfer ihre feinen Papierwesen.

Dabei kombiniert sie die selbst bemalten und bedruckten Seidenpapiere mit ungewöhnlichen Fundstücken und allem, was ihr am Herzen liegt. Mal wird ein schwungvoller "Erbsenhut" erfunden, mal ein ausgedientes Zitronennetz zu Strümpfen verarbeitet. Zehn Bräute sind in Kästen, zu jeder Windbraut gehört zudem ein von der Künstlerin selbst verfasstes Gedicht. In Planung sind nun noch handgemachte Lampen, um den zarten Papierwesen ein weiteres Spielfeld zum Tanz zu eröffnen.

Antje Bergmann-Kupfer ist in Hamburg geboren und aufgewachsen. Nach einer Ausbildung zur Fotografin hat sie an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) in Hamburg ein Studium der Malerei und Illustration absolviert (Abschlussdiplom 2000). Ferner ließ sie sich zur Kunsttherapeutin ausbilden. Seit 2004 gibt sie Kurse und organisiert und betreut Projekte mit Kindern und Jugendlichen.

Die vielseitige Künstlerin malt, fotografiert, schreibt und baut Objekte aus unterschiedlichen Materialien - Eisen, Keramik, Papier und außergewöhnlichen Fundstücken. Sie lebt und arbeitet in Christiansburg, einem historischen Hof am Rande Bredstedts, umgeben von inspirierender Natur - Wald, Garten und Teich. Ihre Arbeiten waren und sind in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland zu sehen. Die Ausstellung dauert vom 7. August bis 28. September und ist Mittwoch bis Sonntag von 14 bis 18 Uhr zu sehen.

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erstellt am 05.Aug.2013 | 03:59 Uhr

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