Charlottenhof : Heißer Ritt durch die Hit-Geschichte

Mit-Sing-Party im Charlottenhof mit „Long&Roll“ / Ausgelassene Stimmung bei handgemachter Musik aus Lüneburg

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24. Juli 2015, 05:00 Uhr

Nordfriesen können feiern, und wie: Der Charlottenhof verwandelte sich am Mittwochabend zur After-Work-Veranstaltung wieder einmal zur sinnfreien und ausufernden Partyzone. Dank den fabelhaften Stimmungsmachern „Long&Roll“, einem energiegeladenem Männer-Duo aus Lüneburg.

Die beiden Musiker hatten sich vorgenommen, die Zuschauer in Fahrt zu bringen, vom ersten Moment an. „Lasst alles raus, worüber ihr euch ärgert“, hieß es zu Beginn, und nach diesem öffentlichen Frustheulen der Gemeinschaft war der Weg frei für einen heißen Ritt durch die Hit-Geschichte. Eine Auswahl, die prädestiniert zum Mitsingen war: Mit Müller-Westernhagens „Mit 18“ über Kings of Leon „Sex on fire“ bis Lynyrd Skynyrds „Sweet home Alabama“ oder Mando Diaos „Dance with somebody“ – es war für jeden etwas dabei. Das Publikum trug entscheidend dazu bei: Textsicher und lautstark. Mit Beiträgen von Petra, die unbedingt umarmt werden wollte. Dem wurde gern stattgegeben. Der Frauenschwarm an der Mundharmonika, der langhaarige Felix („Long“) mit schickem Tattoo, ließ sich nicht lange bitten. Als Fritz („Rock“) auch die Männer aufforderte, bildete sich schnell eine Schlange. Der Austausch zwischen Bühne und Tanzsaal setzte sich fix fort. Mit frechen Sprüchen und direkter Ansprache entstand eine Art Familienfest-Atmosphäre.

Eine bunte Fangruppe aus Amrum spendierte „Kurze“ am laufenden Band. Die Geburt der Nichte wurde wild beklatscht, Barmann Udo forderte energisch „Meat Loaf“. Ein Gast kniete vor Begeisterung vor den Sängern nieder; eine Blondine hatte Spaß daran, einen nach dem anderen aufzufordern.

Auf der Bühne ging es nicht immer jugendfrei zu, und doch hatte die Musikalität Vorrang und die Spielfreude der beiden Niedersachsen eine ungeheure Wucht. Rasant ging es durch die Liste der Knaller-Songs. Fritz brillierte mit „Route 66“, Felix begeisterte mit „Brown eyed girl“, und gemeinsam stimmten die beiden ein überragendes „Happy“ an. Tatsächlich ersetzten Long&Roll stimmlich locker eine ganze Band. Ganz großes Kino! Auch geniale Songs wie „Learning by burning“ von Stefan Stoppok wurden zelebriert; bei „Born to be wild“ bekamen die Goldwing-Biker ihr Fett weg. Energie und Leidenschaft der beiden Musiker schienen kein Ende zu nehmen, nur selbstkomponierte Schnulzen sorgten für kurzzeitige Erholung.

Mit Dampf ging des gegen 23 Uhr in die allerletzte Runde, ein klasse 90er-Jahre-Medley mit Ausflügen zu Tic Tac Toe und Hannes Wader entließ die begeisterte Menge in die Sommernacht, ehe mit „Dance with somebody“ noch einmal das Tanzbein geschwungen wurde. Jeder tanzte mit jedem, am Ende waren alle Besucher „Lüneburger“, die After-Work-Fans stimmten auch dieses Lied begeistert mit ein.

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