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Nordfriesland Tageblatt

25. September 2017 | 11:41 Uhr

Kirchenmusik : Heilsame Musik für die Seele

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Gefühlvolle Darbietungen: Gitarrist Andrés Godoy und Harfenistin Natalie Ingwersen haben in der St. Willehad-Kirche ihr Publikum begeistert

shz.de von
erstellt am 30.Apr.2014 | 05:30 Uhr

Trotz sonnigen Frühlingswetters erschienen zahlreiche Musikfreunde in der Lecker St. Willehad-Kirche, um ein Konzert ganz besonderer Art mitzuerleben. Gemeinsam gestaltet wurde dieses von dem in Chile beheimateten Gitarristen Andrés Godoy und der in Lütjenhorn aufgewachsenen, heute in Flensburg ansässigen Harfenistin Natalie Ingwersen. Beide begleiteten einander auch durch Einsatz von Rhythmusinstrumenten wie „Udu“ (Tontrommel), Cajon oder Schüttelpercussions und vervollständigten durch ihre eigenen – wie Musikinstrumente verwendeten – Stimmen den Gesamtklang ihrer zumeist gefühlvollen Darbietungen.

Beim Singen erschlossen sich ihrem Publikum keine Texte, sondern nur Tonsilben, vereinzelte Wörter oder vokalreiche Klanggebilde, die den Sound ihrer Instrumente optimal ergänzten. Als weltlicher Hausherr der Kirche hieß Pastor Stefan Möbius die Künstler und ihre Zuhörer willkommen und richtete an Andrés Godoy die Frage, wie dieser es geschafft habe, sich zu motivieren, das Spielen der Gitarre auf eine ganz neue Weise zu erlernen, nachdem er im Alter von 14 Jahren bei einem Unfall seinen rechten Arm verloren habe. Dieser antwortete, seine unbändige Liebe zur Musik und Leidenschaft für die Gitarre habe ihm die Kraft dazu verliehen.

Natalie Ingwersen berichtete, sie und ihr Duo-Partner hätten sich vor drei Jahren kennen gelernt, seitdem durch ständige „musikalische Gespräche“ Kontakt gehalten und dabei zu einem eigenen, eigenständigen Stil des Musizierens gefunden. Schon der erste, voller Emotionen vorgetragene Titel (dessen Name dem Publikum leider nicht verraten wurde), zeigte die ganze Bandbreite des von den Instrumentalisten und Vokalisten erzeugten Klangspektrums auf.

Nach einer Einleitung durch die Gitarre trat die in leichter, nach keltischer Art gespielte Harfe hinzu, gefolgt zunächst von der Frauen-, danach auch von der Männerstimme, bis Godoy den sanften Rhythmus mit Hilfe des „Udu“ forcierte. Bei der Komposition „Calling you“ sang Natalie Ingwersen die Führungsstimme, während ihre Harfe und die Gitarre ihres Duo-Partners einen musikalischen Dialog ausführten, bei dem sie sich abwechselnd die musikalischen „Bälle“ einander zuwarfen.

Mit Ausnahme der sehr farbigen Komposition „Fjordlicht“ und dem Titel „Empty Moon“ erklangen während des gesamten Konzertes nur vom Duo selbst verfasste Werke. Je einmal nutzten Andrés Godoy und Natalie Ingwersen die Gelegenheit, ihr spieltechnisches Können, musikalisches Einfühlungsvermögen und ihren improvisatorischen Einfallsreichtum solistisch zu demonstrieren: der Gitarrist bei einem vor 30 Jahren für seine Kinder geschriebenen Wiegenlied, die Harfenistin bei einer Improvisation über ein vorgegebenes Thema aus dem Titel „Fjordlicht“.

Bei dem strophenartig vorgetragenen Titel „All is good“ befolgte das Publikum den Aufruf: „Singt alle mit!“, indem es den zuvor einstudierten Kehrreim, eine Folge klangvoller Tonsilben, mit spürbarer Begeisterung beisteuerte. Bei der Interpretation des Titels „Sputnik“ brachte Natalie Ingwersen das Instrument zum Einsatz, als dessen virtuose Spielerin sie in Leck und Umgebung bereits als Schülerin bekannt wurde: ihr Akkordeon.

Nach dem letzten, sehr nachdenklich stimmenden und voller Andacht zelebrierten Beitrag „Sunbird“ beendeten Dankesworte das Konzert. Die Interpreten dankten ihrem aufmerksamen Publikum, Pastor Möbius dem musikalisch einfühlsamen Duo für zwei nachhaltig beeindruckende Stunden, im Verlaufe derer sich die Musik einmal mehr als „für die Seele heilsam“ erwiesen habe.


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