50 Jahre St. Gertrud : Heilige Messe zum Jubiläum

Vor dem Einzug in die Kirche mit dem emeritierten Erzbischof Werner Thissen.
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Vor dem Einzug in die Kirche mit dem emeritierten Erzbischof Werner Thissen.

Der Erzbischof von Hamburg, Werner Thissen, war prominenter Ehrengast des Festtages in Niebüll.

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16. Juni 2014, 10:21 Uhr

Es war eine ganz andere Art der Heiligen Messe, die die katholische Pfarrei St. Gertrud in ihrem Gotteshaus an der Markstraße feierte. Grund war der erste größere runde Geburtstag von St. Gertrud, der ersten katholischen Kirche in Niebüll (rechnet man die einstige Kirchenbaracke nicht mit), die nach der Heiligen Gertrud von Brabant benannt wurde. Gertrud war Äbtissin, die durch die Kraft des Gebets bekannt wurde und soll der Sage nach den Teufel sogar in eine Maus verwandelt haben.

„Ich gratuliere euch zum 50-jährigen Jubiläum dieser schönen Kirche“, erklärte der im März emeritierte Erzbischof von Hamburg Werner Thissen, prominenter Ehrengast des Festtages, den die Gemeinde St. Gertrud feierte. Er ermunterte die Niebüller Katholiken, den Begriff „Jubiläum“ expressis verbis zu nehmen und zu feiern, zu singen, tanzen und sich zu freuen, sich aber auch der vielen Feste, Taufen, Messen, Firmungen und auch trauriger Anlässe zu erinnern.

Pfarrer Gerard Rzaniecki begrüßte eine zahlreich erschienene Gemeinde, in dieser auch Bürger anderen Glaubens, sowie Stadtvertreterin Erika Spaude und aus dem nordfriesischen Witzwort die Hava Nagila-Band, die angetreten ist, frischen Wind in die Kirchenmusik zu bringen und nach eigenem Slogan „mit Gott um die Welt reist“.

Erinnerungen, Gottes Wort, Gebet und mehrsprachige Fürbitten bestimmten den Verlauf der Heiligen Messe am Dreifaltigkeitssonntag, wie er auch auf dem Handzettel zum Festgottesdienst grafisch erläutert war. Musikalisch wurde der Festgottesdienst unterstützt von Marta Radcke und ihrer Band. Danach begab sich die Gemeinde in den Pfarrgarten, wo das Jubiläum der Kirchweihe unter sonnigem Himmel gefeiert wurde.

Zur Erinnerung: Eine im Gemeindesaal aushängende Urkunde verrät, dass der Grundstein zum Kirchenbau am 5. Juni 1963 gelegt wurde. Es war der Tag des Heiligen Bonifatius – und das Jahr des II. Vatikanischen Konzils unter Papst Johannes XXIII. Dass es zum Kirchenbau kam, ist dem engagierten Pfarrer Franz Schäfers zu verdanken. Architekt der Kirche war Anton Johannsen aus Leck. In der Liste der Handwerker tauchen Namen wie Hermann Lampe (Leck), Ammon Momme und Christian P. Andresen (Niebüll) auf. Bürgermeister in Niebüll war damals Carsten Matthiesen. Kirchliche Förderer des Bauvorhabens waren der Bischof von Osnabrück Dr. Wittler und der Hamburger Weihbischof von Rudloff. Das Bauvorhaben kostete, wie der Niebüller Gemeinde-Chronist Alfred Schlensag notierte, rund 230 000 D-Mark und wurde von Bistum Osnabrück, dem Bonifatiuswerk und aus Eigenmitteln finanziert.

Der Seelsorge-Bezirk Niebüll ist seit 1973 eine eigenständige Kirchengemeinde, die bis dahin von der Pfarrgemeinde Flensburg betreut wurde. Zur örtlichen Pfarrgemeinde gehören die Gotteshäuser St. Josef in Leck, St. Marien (Föhr) und St. Elisabeth (Amrum).

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