Bauausschuss : Heikle Posten zur Debatte

Heiß diskutiert: Die pflegeintensiven Pflanzen im Schul- und Bildungszentrum.
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Heiß diskutiert: Die pflegeintensiven Pflanzen im Schul- und Bildungszentrum.

33 000 Euro teure Plastikpflanzen für das Schul- und Bildungszentrum? Der Bau- und Verkehrsausschuss beriet sich über den Haushalt 2014

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06. November 2013, 05:00 Uhr

Drei Stunden und noch kein Ende: Gegen 22.15 Uhr brachen die Mitglieder des Bau- und Verkehrsausschusses den öffentlichen Teil ihrer Sitzung ab und vertagten sich. Als Zeitfresser erwiesen sich dabei die Beratungen zum Haushalt 2014. Wohlgemerkt: Es ging hier lediglich um die Anmeldung von Mitteln, beschließen wird sie die Stadtvertretung. Dennoch gab es schon im Vorfeld erheblichen Diskussions-Bedarf, und nicht jede Ausgabenposition überstand den Abend.

Da ging es zunächst um die Unterhaltung der städtischen Gebäude. 100 000 Euro hätte der Austausch lediglich der Verglasung im Rathaus gekostet. Das Problem: Die Energieeinsparung würde mit maximal neun bis zehn Prozent angesichts der Investition überschaubar bleiben. Und: Unter Umständen würde man sich damit ein neues Problem ins Boot holen: Schimmel, der sich durch Beschlagen in der Dreifach-Verglasung bilden würde. „Das kann kontraproduktiv sein“, bemerkte Ausschussvorsitzender Karl-Heinz Schmidt (SPD). „Die Feuchtigkeit dringt in die Holzrahmen.“ Sinnvoll sei da ein Komplettaustausch der Fenster (also mit Rahmen), so Udo Schmäschke vom Bauamt. Kosten dafür: 216 000 Euro. Der Bürgervorsteher beantragte, die 100 000 Euro erst einmal ganz aus der Planung zu nehmen. „Es ist ja keine Gefahr im Verzuge. Wir sollten das Geld lieber in die Sanierung der Fußwege stecken.“ Gesagt getan, der Austausch der Fenster wurde vertagt und könnte dann über einen Zeitraum von fünf oder sechs Jahre nach und nach erfolgen.

207 700 Euro lautet der Ansatz für die Feuerwehr. Dabei handelt es um einen Fünf-Jahresplan, in dem unter anderem ein Austausch der Bodenfliesen in der Feuerwache, die Sanierung der Hofplatzfläche (103 900 Euro) und die Erneuerung älterer Hallentore (42 400 Euro) anfallen.

374400 Euro sind für Sanierungen und Renovierungen in der Alwin-Lensch-Schule vorgesehen. Darunter fällt auch die den dem gemeinsamen Sportentwicklungskonzept anstehende Sanierung des Sportplatzes (aktuell schlägt sie in einer abgespeckten Version mit 130 300 Euro zu Buche). „Die Notwendigkeit ist vorhanden“, kommentierte Udo Schmäschke. Und: Sie sei bereits 2013 wegen des Sportentwicklungsplanes zurückgestellt worden.

„Ich bin kein Freund davon“, gab Karl-Heinz Schmidt offen zu, als es um Sinn oder Unsinn eines heiklen Postens ging: die Anschaffung von Kunststoffpflanzen für das Schul- und Bildungszentrum, die in den Fluren aufgestellt werden sollen. Kostenpunkt: 33 000 Euro. Sie sollen die pflegeintensiven Naturgewächse ersetzen. Auch, wenn die Kosten zu 60 Prozent die Stadt, zu 40 Prozent auf den Kreis umgelegt werden würden, waren sich Ausschussmitglieder einig, den Posten zu streichen. Sighard Schmantek (SPD): „Lebende Pflanzen schaffen ein anderes Klima.“

Stirnrunzeln verursachten die 26 000 Euro für eine Garagen-Dachsanierung am Haus der Jugend. Des Rätsels Lösung: Die Garagen stammen noch aus Telekom-Zeit, die seinerzeit im benachbarten Amtsgebäude untergebracht war. Genutzt werden die sieben Unterstellmöglichkeiten jetzt zum Teil vom Amt. Udo Schmäschke: „Hier sind die Fundfahrräder aus Niebüll untergestellt.“ Fünf Garagen dienen dem Haus der Jugend aus Abstellmöglichkeit sowie als Werkstatt für kleine Reparaturen etwa an Fahrrädern und Rollern. „Inzwischen regnet es rein“, gab Schmäschke bekannt. Bettina Fritsche wollte nicht so ganz einsehen, wofür das Haus der Jugend fünf Garagen benötige. Sie schlug vor, erst einmal den Zustand aller Räume zu prüfen, dann die Frage zu klären, ob sie überhaupt benötigt würden. Für die Dach-Flickarbeiten werden erst einmal 3000 Euro beantragt, für alles Andere soll es 2014 einen neuen Ansatz geben.

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