Heidelandschaft soll seltenen Schmetterling anlocken

Goldener Scheckenfalter
Goldener Scheckenfalter

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17. Oktober 2011, 08:19 Uhr

Lütjenholm | Neuen Lebensraum schaffen und ihn so gestalten, wie er früher einmal war, das ist für die Gemeinden Bargum und Lütjenholm kein Wunschtraum. Unter dem Titel "Wenn Wald wieder zu Heide wird" - informierte Antje Walter, Projektmanagerin der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, über ein nicht alltägliches Vorhaben. Im Rahmen des EU-kofinanzierten Projektes "LIFE Aurinia" sollen die Waldgebiete am Galgenberg und Megelbargin mit einer Gesamtgröße von zehn Hektar wieder in Heidelandschaften verwandelt werden.

Elf Bürger waren der Einladung von Lütjenholms Gemeindechef Dietrich Sönksen in die Gaststätte "Zur Alten Schmiede" gefolgt. Die Abholzung sei, so betonte Walter, kein Waldfrevel. Die Sitkafichten seien ohnehin nicht heimisch, und böten längst keinen Raum mehr für seltene Tierarten und Pflanzen. In der "neuen, alten" Heidelandschaft mit dünentypischer Vegetation soll dann auch wieder der Goldene Scheckenfalter angesiedelt werden. Der starb mit Ausbreitung des Waldes aus, weil er dort nicht mehr die für ihn lebensnotwendigen Pflanzen - vor allem Teufelsabbiss, Bergwohlverleih oder Schwarzwurzel - vorfand. Der Falter mit den orangefarben-goldenen Flügeln und einer Spannweite von bis zu 4,5 Zentimetern ist in Schleswig-Holstein ausgestorben.

Projektziel ist es, Heiden, Borstgrasrasen und blütenreiche Wiesen zu entwickeln, so wie sie bereits auf dem angrenzenden Standortübungsplatz Lütjenholm vorzufinden sind. Damit hätten nicht nur der europaweit geschützte Goldene Scheckenfalter wieder eine Chance, sondern auch andere gefährdete Tier- und Pflanzenarten. Der Falter soll übrigens aus dem benachbarten Dänemark eingeführt werden. Um das Prozedere wird sich der Biologe und Schmetterlingsexperte Detlef Kolligs kümmern. Entlang der heutigen Waldränder werden Eichen und weitere Gehölze als Windschutz angepflanzt.

"Die Waldumwandlung wird durch eine Umweltverträglichkeitsprüfung begleitet", bekräftigte Walter. Bis zum Projektende 2018 wollen Stiftung und Gemeinden das Ziel erreicht haben. Die Finanzierung erfolgt je zur Hälfte mit "EU-LIFE"-Mitteln und Geld aus dem Programm "Nature & Biodiversity". www.life-aurinia.de, www.stiftungsland.de.

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