Hauke Haien ein Denkmal gesetzt

Der Gedenkstein ist enthüllt: von links Gudrun Schmidt-Endriß, Steinmetz Roman Timme, Ekkehard Schmidt und Pastor Jörn Jebsen.  Foto: rah
Der Gedenkstein ist enthüllt: von links Gudrun Schmidt-Endriß, Steinmetz Roman Timme, Ekkehard Schmidt und Pastor Jörn Jebsen. Foto: rah

Heimatforscher Ekkehard Schmidt (73) und seine Frau wandelten neun Jahre lang auf den Spuren von Theodor Storms Schimmelreiter

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10. Oktober 2012, 06:48 Uhr

Hattstedt | Deichgraf Hauke Haien - Theodor Storms Hauptfigur in der Novelle "Der Schimmelreiter" - hat einen Gedenkstein erhalten und mit ihm seine Familie. Denn Hauke Haien ist Hans Iwersen Schmidt (1774 bis 1824) gewesen, der auf Lundenberg in der Hattstedtermarsch mit Ehefrau Catharina Iwersen-Schmidt - als Figur Elke Folkerts - sowie Tochter Henriette (1878 bis 1886) - als Tochter Wienke - gelebt hatte. Dies alles und noch mehr hat nach neunjähriger Recherche der Heimatforscher Ekkehard Schmidt (73) herausgefunden.

Der Gedenkstein steht auf dem Hattstedter Friedhof und ist von Steinmetz Roman Timme angefertigt worden. Im Rahmen einer Feierstunde mit Pastor Jörn Jebsen wurde der Stein zu Klängen des Posaunenchores enthüllt. Er steht in einer Reihe mit Grabsteinen für weitere Nordfriesen, die Theodor Storm (1817 bis 1888) in seinem Gesamtwerk - ebenfalls unter Pseudonymen - gewürdigt hat.

Gemeinsam mit seiner Ehefrau, der Pastorin i. R. Gudrun Schmidt-Endriß, ist Ekkehard Schmidt Hauke Haiens "Geheimnis" auf die Spur gekommen. Im Archiv der Kirchengemeinde Hattstedt, der Schleswig-Holsteinischen Landesbibliothek Kiel und dem Schleswig-Holsteinischen Landesarchiv in Schleswig ist das Paar fündig geworden. Sie stützten sich bei ihrer Reise in die Vergangenheit auf Aufzeichnungen des Berliner Reisejournalisten Thomas Mügge (1806 bis 1861). Der ist nämlich anlässlich eines Besuches in Husum und in der Hattstedtermarsch mit Storm unterwegs gewesen und erwähnt in seinen Notizen alle in der Novelle vorkommenden Orte und Akteure. "Ich brauchte nach meiner Pensionierung als Berufsschullehrer in Eckernförde eine Herausforderung. Und Storm hat mich schon immer interessiert. Weil es beim Schimmelreiter kontroverse Meinungen betreffend Fantasie und Realität sowie der Handlungsorte gab, wollte ich es wissen", erzählt der engagierte Hobbyforscher. Er hat den Stein aus eigener Tasche finanziert und ist der Kirche dankbar, dass sie den Platz auf dem Friedhof zur Verfügung gestellt hat.

"Das war eine interessante Arbeit", sagt Roman Timme. Gerade das Motiv des gespenstischen Reiters - wie Storm Hauke Haien auch genannt hat - war für den Hattstedter Steinmetz eine Herausforderung gewesen. Ehefrau Regina wurde mit zu Rate gezogen. Er selbst hatte die Novelle erneut gelesen, um sich in die Motivwelt hineinzudenken und auch "Schimmel reiter"-Zeichnungen begutachtet. Die Mühe hat sich gelohnt, denn die Gäste der Gedenkstein-Enthüllung lobten seine Arbeit als "gelungen". Der Hattstedter Rolf Stechmann: "Das ist eine Bereicherung für Hattstedt."

Alle Ergebnisse seiner Recherchen hat Ekkehard Schmidt in einem Buch, erschienen im Uthörn-Verlag Eckernförde, mit dem Titel "Wenn Steine reden - Vorbilder Theodor Storms zu Der Schimmelreiter aus dem Kirchspiel Hattstedt" zusammengefasst.

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