zur Navigation springen

Südtondern im Internet : Handeln, tauschen und klönen im Netz

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Besonders im sozialen Netzwerk Facebook organisieren sich viele Südtonderaner in unterschiedlichen Gruppen. Es geht ihnen in erster Linie ums Geschäft, Kontakte oder schlicht den neuesten Schnack.

Auch wenn die 30 Gemeinden des Amtes Südtondern auf der Landkarte teilweise weit voneinander entfernt liegen, im Internet – auf der digitalen Landkarte – rutschen die Südtonderaner eng zusammen. Wer im Netz nach den Gemeinden zwischen Achtrup und Westre sucht, der stößt nicht nur auf die offiziellen Web-Auftritte wie Leck.de, Niebuell.de oder Amt-suedtondern.de. Besonders im sozialen Netzwerk Facebook haben sich die Südtonderaner eine feste Plattform geschaffen: In über 30 öffentlichen Facebook-Gruppen diskutieren, handeln und informieren sich die Mitglieder aus dem Amts- und Kreisgebiet.

Eine dieser vielen Facebook-Gruppen wird von Sandy Gatzsch betreut. In dem Forum „Flohmarkt Niebüll online und Umgebung“ verkaufen, tauschen und verschenken die 1841 Mitgliedern, was nicht niet und nagelfest ist. „Die Gruppe wurde ursprünglich auf die Beine gestellt, um Kinderklamotten zu finden“, sagt Sandy Gatzsch. Schließlich habe sich das Angebot dann seit der Gründung vor einem Jahr ständig ausgeweitet. „Heute werden in der Gruppe auch Autos angeboten, aber auch Dinge, von denen man erst einmal denkt, dass sich kein Abnehmer findet, wie zum Beispiel Notenblätter.“ Die 32-Jährige investiert am Tag nicht mehr als eine Stunde in die Pflege der Gruppe. „Manchmal muss man Mitglieder, die Unsinn posten, blockieren. Wir haben nämlich ein Regelwerk, an das man sich halten muss.“ Dazu gehören ein Mobbingverbot und Richtlinie des fairen und verbindlichen Handels.

Auch in der Gruppe „Nordfriesland on Facebook“ achtet man darauf, dass die Gesprächskultur unter den 1462 Nutzern nicht ins Beleidigende abdriftet. „Bei uns herrscht ein netter Ton“, sagt Gruppengründerin Petra Blume und schiebt hinterher: „Natürlich wird hier auch gefrozelt – aber der Umgang ist sehr gut.“ Die vor eineinhalb Jahren gegründete Gruppe ist eine Art digitaler Marktplatz, auf dem zwar keine Waren angeboten werden, man jedoch ins Gespräch kommen soll. So finden sich bei Nordfriesland on Facebook nicht nur aktuelle Polizeimeldungen und Wetterdaten, sondern in erster Linie Landschaftsbilder und Klönschnack über den Alltag in Nordfriesland und Südtondern. „Hier treffen sich Menschen aus allen Schichten“, so Blume. „Es sind auch sehr kreative Leute dabei.“ Ähnlich ist auch die Gruppe „Gesucht-Gefunden-Südtondern“ mit rund 1000 Mitgliedern aufgestellt.

Wer die Suchmaschine Google nach „Südtondern“ stöbern lässt, der bekommt in einem Sekundenbruchteil 109 000 Ergebnisse präsentiert. Zum Netz-Vergleich: Weltmeister und Fußballkaiser Franz Beckenbauer schafft es in der gleichen Zeit auf 1,1 Millionen Treffer. „Südtondern“ spielt dagegen in einer Liga mit Suchbegriffen wie „Haselmaus“ (139 000) oder „Stahlbolzen“ (86 000).

Damit das eigene Profil im Netz mehr Kontur gewinnt, unterhält zum Beispiel die Gemeinde Leck neben der offiziellen Webseite www.leck.de auch eine eigene Facebook-Seite. Zuständig für die Pflege dieser Web-Präsenz ist dabei das Stadtmarketing in Person von Sabine Schwarz. Drückt man hier den Gefällt-Button, werden dem Nutzer Bilder aktueller Veranstaltungen wie dem Neujahrsempfang im Rathaus geboten. Bisher ist die Reichweite der Seite mit 285 „Likes“ eher klein, doch das scheint für derartige Netzauftritte in Südtondern der Normalfall zu sein. Das kann Sven Mathiessen bestätigen. Der Verwaltungsangestellte ist als Administrator für die Internetseite www.amt-suedtodern.de zuständig. „Wir zählen die Klicks auf der Seite nicht. Aber ich gehe davon aus, dass es nicht viele sind.“ Entsprechend brauche die Seite keine aufwendige Betreuung: „In meiner Stelle sind im Monat fünf Stunden für diese Arbeit vorgesehen“, berichtet Mathiessen. Dies liegt auch daran, weil die Seite nicht regelmäßig mit bunten Aktionen geschmückt werden muss. „Der Bürger möchte sich hier schnell über Öffnungszeiten oder Sperrmüll informieren können – da ist es praktischer, wenn die Seite statisch ist.“

Natürlich hat das Netz auch einige besonders bunte Blüten getrieben, wenn es um Südtondern geht: So wirft eine Suche im Online-Auktionshaus E-Bay hauptsächlich historische Postkarten aus der Kaiserzeit aus.

zur Startseite

von
erstellt am 30.Jan.2014 | 05:30 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen