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Abossrennen in Niebüll : Hammerhartes Friesen-Fest

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Beim ersten Niebüller Ambossrennen am 3. Oktober soll trotz herausfordernder Hindernisse der Spaß im Vordergrund stehen

shz.de von
erstellt am 25.Sep.2014 | 05:00 Uhr

Nass, kalt und dreckig: So verspricht das erste Niebüller Ambossrennen am Freitag, 3. Oktober, zu werden (wir berichteten). Teilnehmer müssen die Strecke von drei Kilometern zweimal durchlaufen, durchkriechen, durchrobben, durchklettern und durchwaten. „Die Hindernisse sind für Warmduscher nicht geeignet, das Leben war und ist schließlich auch kein Ponyhof in Nordfriesland“, stellt Veranstalter Bernhard Vogel klar, Langdistanz-Triathlet und Inhaber der Norderland Sport GmbH. Doch auch wenn Schlick, Schlamm und Spanndraht beim Spektakel warten: „Der Spaß soll im Vordergrund stehen“, sagt der 56-Jährige.

Gut ein Jahr lang hat Vogel an der Idee zum Ambossrennen getüftelt. „Ich wollte etwas schaffen, dass es hier in der Region noch nicht gibt.“ Vorbilder sind Extrem-Veranstaltungen wie die „Tough Mudder“, was soviel heißt wie „harter Modder“, von deren Hardcore-Hindernisstrecken sich Wagemutige auf der ganzen Welt herausfordern lassen. Ganz so hart wird das rustikale Rennen in Niebüll nicht werden, zart jedoch auch nicht, überhaupt geht der Veranstalter seinen ganz eigenen Weg, und zwar einen sehr friesischen: Maskottchen und Held der Veranstaltung ist Frerk, der Friesenschmied, samt seiner Frau Matta. „Eisenhart waren sie, wind- und wettergegerbt, dem heißen Feuer der Esse und des Lebens die Stirn bietend und keinem Tropfen Met abgeneigt“, charakterisiert Vogel seine Helden, und fügt hinzu: „Ihnen und ihren Nachfahren, die wir ja alle sind, wollen wir unseren Wettstreit an den Gestaden von Niebüll widmen“.

Deshalb heißen die Hindernisse auch „Matta’s Hügel“ (Schlick und Schmierseife inbegriffen), „Rungholt-Stiege“, Friesenwall und „Frerks Labyrinth“. Zudem müssen die Teilnehmer ein Klootstockspringen über den Pidder-Lüng-Graben meistern sowie eine Wattenmeer-Nachbildung und die „Grote Mandränke“ durchqueren: Letztere besteht laut Vogel aus zwei Sieben-Kubikmeter-Containern, die mit Wasser gefüllt sind und durchwatet werden wollen.

Das Amboss-Rennen richtet sich nicht nur an durchtrainierte Ausdauerathleten, sondern auch an relativ ungeübte Freizeitsportler und Angehörige der Feuerwehren, der Landjugend, Firmen und anderer Institutionen, Gäste und ausdrücklich auch Frauenteams. Ganz wichtig soll das Gemeinschaftserlebnis sein: „Es dürfen nur Vierer-Teams teilnehmen, gewertet wird die Zeit des Mitglieds, das zuletzt ins Ziel kommt.“ Stattfinden wird das Sportspektakel von 14 bis 17 Uhr rund um das Sportgelände an der Jahnstraße, Start und Ziel befinden sich am Sportlerheim des TSV Rot Weiß Niebüll. Zuschauer können sich an der gesamten Strecke postieren, um die Teilnehmer anzufeuern. „Und sicherlich wird es auch den einen oder anderen sehenswerten Brüller geben“, hofft Vogel, der sich nicht unbedingt Sonnenschein wünscht: „Wenn es regnet, wäre es eigentlich noch besser“. Nach jeder Menge Matsch, Klettern, Kriechen und Suhlen stehen Klönschnack, gutes Essen und das eine oder andere Bierchen im Festzelt auf dem Programm. Denn die Veranstaltung bietet sowohl den Abschluss der Feierlichkeiten zum 125-jährigen Bestehen des TSV Rot Weiß Niebüll, sondern auch eine Art Ausklang der Sportsaison.

Und warum Amboss-Rennen? Der Amboss sei das Insignium friesischer Lebensart – „hart und herzlich eben!“, sagt Bernhard Vogel, der zudem einen persönlichen Bezug zu Motto und Maskottchen hat: Sein Urgroßvater, Großvater und Vater waren Schmiede, und obwohl er gebürtig aus Hessen stammt, sind dem 56-Jährigen nordfriesische Spezifika wichtig. „Ich werde selbst nicht teilnehmen, sondern die Veranstaltung moderieren und auch historischen Bezüge erklären“, sagt der Initiator. Mittelalterliches Ambiente wird der Verein „Frisia Historica“ beisteuern.
Anmelden können sich Teilnehmer unter www.amboss-rennen.de oder noch bis eine Stunde vor dem ersten Startschuss. Die Startgebühr beträgt 84 Euro pro Team.










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