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Aktion "Offener Garten" : Halligbewohner öffnen ihre grünen Oasen

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Anlässlich der Aktion „Offener Garten“ waren vier grüne Oasen der Halligwarft Süderwaygaard in Dagebüll für Besucher zugänglich.

Schleswig-Holstein und Hamburg feierten am Wochenende ihre Offenen Gärten. In den beiden Bundesländern öffneten sich im Rahmen einer landesweiten Aktion die Gartentüren von über 200 Gärten, die Besucher hineinbaten. Gastfreundliche Gartenfreunde teilten mit interessierten Besuchern die Freude an einem wunderbaren Hobby.

Das war auch in der Gemeinde Dagebüll der Fall, in der die Halligwarft Süderwaygaard erstmals an der Aktion teilnahm, und einigen hundert Besuchern ihren einmalig schönen Wohnplatz präsentierte. Mit von der Partie war auch der gemeinnützige Verein Waygaarder Dorfgemeinschaft. Karl-Ludwig Neumann und Melf Paulsen, die an der Aktion Offener Garten beteiligt waren, stellten, unterstützt von Bürgermeister Hans Jürgen Ingwersen, ihre Warft vor.

Die Halligwartft bietet Platz für 14 Häuser mitsamt Gärten auf überwiegend kleinen Grundstücken, die je zur Hälfte von Einheimischen und zugezogenen Neubürgern bewohnt werden. Der Lebensmittelpunkt hat sich im Laufe der Zeit geändert. War es früher die Nutzung von Grund und Boden auf der Warft, ist es heute mehr die Erholung. Wo einst der Misthaufen stand, blüht heute der Garten. Freuen sich die Menschen beider Länder über das grüne Band über der Landschaft, so ist es hier in Waygaard ein buntes Band, das sich über die Warft erstreckt.

Auf der Warft nahmen vier Haushalte an der Aktion offener Garten teil. Bei Karl-Ludwig Neumann ist „auf kleinem Platz viel Garten“ zu bewundern mit einem Pavillon und einer vom Fething zum Teich umgewandelten Wasserstelle. Melf Paulsen setzt auf die Erhaltung des Warftcharakters mit einem Garten, dessen Mittelpunkt ein alter Baum mit Kochäpfeln der Sorte Graham steht und eine uralte Rosensorte wächst. Im Garten von Jürgen Peters dominieren Rosen und ein Steingarten mit verschiedenen Blumen. Bei Gaby Weber und Hartmut Burow wurde eine Vielfalt verschiedener Pflanzen in Beeten und Töpfen präsentiert. Die Besucher der Warft werden zweifellos eine Menge mehr entdeckt und viele Anregungen mitgenommen haben.

Allen Gärten gemein waren deren liebevolle und vielfältige Gestaltung. Und überhaupt formte sich dem Besucher das Bild einer Besonderheit Nordfrieslands. Das enge Wegenetz ist öffentlich. Man kann den Bewohnern getrost über die Hecke hinweg in den Garten schauen. Zäune sind kaum mehr vorhanden, nachdem keine Hühner mehr die Warft mitbevölkern. Alte Strukturen der Vergangenheit sind nur noch vage zu erkennen, wenn man einmal von der dominierenden Reetbedachung der Häuser absieht. Doch hier und da lugen aus dem Reet Dachgauben hervor, hinter denen sich ausgebaute (Schlaf)Raume erahnen lassen, wo einst das Heu und Erntevorräte gelagert wurden.

Süderwaygaard war 1547 noch eine vom Meer umgebene Hallig. Nach der Eindeichung wurde sie ab 1577 landfest und gehört heute zum kleinen Kreis der größten Festlandswarften. Das Leben auf der Warft war einmal weitgehend autark. An und auf der Halligwarft gab es einen Kaufmann und Bäcker, eine Gastwirtschaft mit Saalbetrieb, bis 1963 eine Schule, einen Tischler. Süderwaygaard war bis 1978 Teil einer eigenständigen Gemeinde und deren letzter Bürgermeister Friedrich Lorenzen. Gedanken an die Vergangenheit klangen in den offenen Gärten ebenso an wie die Bewunderung dieses Schmuckstücks von Warft in der nordfriesischen Hauslandschaft und Teil einer von Unterschieden geprägten Gemeinde. In Dagebüll, so sagt man, schlägt das wirtschaftliche Herz. In Fahretoft dominiert der kulturelle Aspekt. Und Waygaard mit seiner wunderbaren Halligwarft ist einfach nur schön – und eine Perle Nordfrieslands eben.

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