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Nordfriesland Tageblatt

17. Oktober 2017 | 03:51 Uhr

Haftstrafe wegen Waffen und Drogen

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Eine Hausdurchsuchung fördert Verbotenes zutage / Vorbestrafter wird zu zwei Jahren und vier Monaten Gefängnis verurteilt

von
erstellt am 26.Feb.2016 | 11:10 Uhr

Es begann eigentlich ganz harmlos. Eines Tages erschien eine junge Frau bei der Polizei und erstattete Anzeige, weil ihr jemand zu nahe gekommen war. Diese Geschichte verlief zwar im Sande, doch nachdem die junge Dame bei ihrer Aussage eine synthetische Droge ins Spiel gebracht hatte, gab es am vermeintlichen Tatort eine Hausdurchsuchung – mit dem Erfolg, dass dort Amphetamin in nicht geringer Menge und Schusswaffen gefunden wurden.

Der Wohnungsinhaber aus einer kleinen Gemeinde in Südtondern stand jüngst nun vor dem Schöffengericht Niebüll und wurde wegen des Verstoßes gegen das Betäubungsmittel- und Waffengesetz zu zwei Jahren und vier Monaten Haft verdonnert. Ohne Bewährung, muss hinzugefügt werden, weil er bereits vorbestraft war, auch schon in Dänemark verurteilt worden war und dort eingesessen hatte. Die Freiheitsstrafe ist noch nicht rechtskräftig. Die Verteidigerin hat angekündigt, Rechtmittel einzulegen.

Während die Sache mit dem Kleinkalibergewehr (eines mit Zielfernrohr und Munition dabei) klar ist, ist noch offen, wer das Amphetamin in den Gefrierschrank des Angeklagten eingelagert hat, das die Polizei bei der Hausdurchsuchung entdeckte. Ein Zeuge, Freund des Angeklagten, der auch Drogen konsumiert, sagte aus, er habe einen gewissen Vorrat davon gekauft und diesen in der Wohnung des Angeklagten aufbewahrt. Das „Zeug“ sei verpackt gewesen und in eine Tüte getan worden. Wer es in den Gefrierschrank gepackt hat, ist weder vom Zeugen noch vom Angeklagten eindeutig beantwortet worden.


Der Staatsanwalt zeigt sich enttäuscht


Der Angeklagte habe den Besitz der Drogen nicht eingeräumt, erklärte die Verteidigerin. Klar wurde nur, dass die Drogen ausgebreitet auf dem Tisch lagen und sich jeder bedienen konnte, wenn Freunde in der Wohnung Partys feierten. Wer genau was getan oder gesehen hat? Zeugen und Angeklagter konnten oder wollten dazu nichts sagen. „Ich habe so etwas noch nicht erlebt“, kommentierte der Staatsanwalt, die Ausweichmanöver. Er beantragte schließlich eine dreijährige Freiheitsstrafe.


400 Gramm Amphetamin im Gefrierschrank


Nach einstündiger Beratung verhängte Amtsgerichtsdirektor Dr. Claus Hess eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und vier Monaten. Die Beweisaufnahme habe ergeben, dass der Angeklagte 400 Gramm der von einem Freund erworbenen Droge in seinem Gefrierschrank eingelagert habe, die bei der Hausdurchsuchung sichergestellt wurden. Diese und die aufgefundenen Waffen seien fotografisch dokumentiert worden. Die Lagerung des Amphetamins sei abgesprochen gewesen.

Das Gericht habe ein anderes Aussageverhalten erwartet, kritisierte der Vorsitzende die Einlassungen und Antworten der Zeugen und des 33-jährigen Angeklagten. Es sei klar, dass unerlaubter Besitz von Betäubungsmitteln und Waffen vorgelegen habe. Selbst wenn es sich bei den Drogen lediglich um einen Mitbesitz gehandelt habe, dann sei dieser trotzdem wie Besitz zu bewerten. Die Drogenmenge habe außerdem den Grenzbereich der „kleinen Menge“ deutlich überschritten.

Für den Angeklagten sprach, dass bei ihm keine aktive Beschaffung vorgelegen habe. Gegen ihn sprach hingegen sein Vorstrafenregister.

Die synthetische Droge Amphetamin gehört zur Gruppe der Stimulanzen. Illegales Amphetamin wird auch als Speed bezeichnet. Das weiß-gelbliche Pulver ist ein Mix aus psychoaktiven Wirkstoffen und wird zur Volumenerhöhung mit Glucose oder Milchzucker verschnitten.

Amphetamine, egal in welcher Variante, haben ein hohes Abhängigkeitspotenzial, von den Gesundheitsrisiken für Konsumenten ganz zu schweigen.

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