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Deichverstärkung in Dagebüll beginnt : Hafen wird zum Bau-„Hotspot“

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Die Gesamtmaßnahme kostet inklusive Planung insgesamt rund elf Millionen Euro.

Es geht los in Dagebüll. Gestern erfolgte der erste Spatenstich für die 1,2 Kilometer lange Verstärkung des Landesschutzdeiches beiderseits der Stöpe vor dem Fährhafen für die Inseln Föhr und Amrum. „Der neue Deich ist zwar kurz, seine Verstärkung aber anspruchsvoll“, erklärte Dietmar Wienholdt, Abteilungsleiter Wasserwirtschaft im Kieler Umweltministerium, der damit auf den zeitgleich ablaufenden Fährbetrieb, die Bahnverbindung zum Hafen und die touristische Bedeutung Dagebülls antippte.

Zur Zeremonie des ersten Spatenstichs begrüßte Dr. Johannes Oelerich 19 Gäste, aus deren Mitte vier von ihnen den Spaten in die Hand nahmen und in die Deichkrone stachen, die um 30 Zentimeter auf künftig 7,95 Meter über dem mittleren Meeresspiegel erhöht wird. Außerdem erhält der Deich eine flachere Außenböschung und entspricht damit auch dem neuen Klimaprofil, das künftigen Generationen weitere Deicherhöhungen erleichtert. Der neue Deich bleibt in der Linie des alten Deiches, verschiebt sich jedoch wenige Meter seewärts. Die Verstärkung ist erforderlich, weil der Deich nicht mehr den Sicherheitsanforderungen laut Fortschreibung 2012 des Generalplans Küstenschutz entsprach. In diesem Jahr wird der Deichabschnitt nördlich der Stöpe verstärkt. 2017/18 folgt der südliche Teil und der Neubau der Hafenstöpe. Das Dagebüller Schöpfwerk wird aus dem Südabschnitt entfernt und durch einen Neubau im Nordabschnitt ersetzt. Dieses Bauvorhaben ist bereits im Gange und soll zum Winter in Betrieb gehen.

Insgesamt stehen landesweit noch 90 Kilometer Deichverstärkung aus, erklärte Wienholdt. Diese Strecke verkürzt sich jetzt um 1,2 Kilometer. Die Kosten für die Dagebüller Deichverstärkung belaufen sich auf elf Millionen Euro. Mit dem Schöpfwerk erhöhen sich der Aufwand auf 14 Millionen Euro. Für den Deichbau tragen die EU 53, der Bund 33 und das Land 14 Prozent der Kosten. Die Kosten für die touristische Infrastruktur trägt die Gemeinde Dagebüll, die teilweise mit EU-Geldern gefördert wird.

Der Deichbau erfolgt durch die Firma Mittelweser Tiefbau (Beverstedt/Niedersachsen). Für den Deich- und Wegebau werden 110  000 Kubikmeter Sand, ebenso viel Klei und 4000 Kubikmeter Schotter transportiert und im Deich verwendet. Der Klei wird teils aus der Entnahme bei Lütt Hus gewonnen, teils aus dem alten Deich. Verbunden mit den Bauarbeiten ist zusätzlicher Schwerverkehr, der zur Reduzierung der Anwohner-Belastungen auf der Fährhafenstraße und den Deichwegen abgewickelt wird.

„Für den Hafen und die Touristik in der Gemeinde sind die anstehenden Bauarbeiten ein HotSpot“, erklärte Dagebülls Bürgermeister Hans-Jürgen Ingwersen. „Wenn alles fertig ist, werden wir für die nächsten 20 Jahre Tourismus fit sein.“ Die Gemeinde Dagebüll nutzt die Deichverstärkung, um Badestrand und Ortschaft attraktiver zu machen. Der Deichtorplatz nahe der Stöpe wird Veranstaltungsplatz mit landesseitiger Tribüne. An der Außenberme sind Deckwerkstreppen und ein Treibselabfuhrweg vorgesehen. Wenn der neue Deich fertig ist, erhalten die typischen Badebuden wieder ihren Platz. Allerdings muss der Badebetrieb 2017/18 ruhen. Dafür plant das LKN dort, wo es möglich ist, barrierefreie Zugänge zum Strand, um den Ort aufzuwerten. Insgesamt kommen auf die Dagebüller und die Bürger des Hinterlandes Unbequemlichkeiten und einiger Verzicht zu. Doch was am Ende dabei herauskommt, kann sich sehen lassen: mehr Sicherheit und ein noch attraktiverer Nordsee-Erholungsort.

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erstellt am 25.Jun.2016 | 05:30 Uhr

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