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Nordfriesland Tageblatt

17. Oktober 2017 | 03:31 Uhr

Gutes Zeugnis für Südtonderns Deiche

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

„Guter, wehrhafter Zustand“: Herbstschau des Landesbetriebs für Küstenschutz liefert positive Ergebnisse / Neue Wege der Distelbekämpfung

shz.de von
erstellt am 07.Okt.2015 | 11:48 Uhr

Die Deiche vor den Kögen befinden sich in einem guten und wehrhaften Zustand: Das ist das Ergebnis der Herbstdeichschau, die die zehn Abschnitte des 22 Kilometer langen Landesschutzdeiches von der dänischen Grenze bis zum Sönke-Nissen-Koog in Augenschein nahm. Damit wird den Beschäftigen des Küstenschutz-Landesbetriebs auch ein gutes Zeugnis ausgestellt.

Die Deichschauen finden regelmäßig statt. Beteiligt sind Vertreter des Landesbetriebs für Küstenschutz, Schleswig-Holstein, des Deich- und Hauptsielverbandes Südwesthörn-Bongsiel, der Sielverbände und der DB-Netz wegen des Hindenburgdammes, an dessen Ostseite sich beiderseits ein weites Vorland gebildet hat. Geleitet wird die Deichschau stets vom „Baubetriebsleiter des Landesbetriebes für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) Schleswig-Holstein, Baubetrieb Niebüll.“ Diese Funktion übte erstmals Winfried Brochtrup aus. Er trat die Nachfolge von Alfred Mordhorst an, der im LKN eine andere Aufgabe angetreten hat.

Das Gesamturteil der dieses Mal etwas kleineren Kommission fiel zufriedenstellend aus. „So gut hatten wir es selten“, erklärte Baubetriebsleiter Brochtrup. Auch Oberdeichgraf Jan Albrecht meinte, er habe trotz intensiver Suche nichts gefunden, was zu bemängeln wäre. Alles in allem bedeutet das, dass die Menschen hinterm Deich beruhigt den kommenden Herbst und Winterstürmen entgegen sehen können.
Im Zusammenhang mit der Deichpflege, die sich bekanntlich die vierbeinigen und motorisierten Rasenmäher teilen, bekam ein ungeliebter Begleiter der Vegetation sein Fett weg: nämlich die Distel. Das heißt: Nun greift auch der hiesige Baubetrieb zur Chemie. Dem Vernehmen nach handelt es sich um ein nur temporär wirkendes Mittel, das nach zwei Wochen nicht mehr wirkt und Schafe unbeschadet auf den behandelten Flächen weiter weiden können.

Der Außendeich wird abschnittweise behandelt. Vorher wird der jeweilige Schäfer verständigt. Entweder wird die Chemie, die über die Blätter in die Distel eindringt, eingesetzt, oder es wird gemäht – mit einem Spezialgerät, das das Gras gleich mulcht, oder mit dem Aufsitzmäher. Die Behandlung der Distel im Deichvorland erfolgt in Absprache mit dem Nationalparkamt.

Spätestens im Dezember oder Januar soll mit dem Bau des Dagebüller Schöpfwerks am Haffdeich begonnen werden Es ersetzt das hinterm Badedeich nahe der Jenswarft liegende Schöpfwerk. Nach Fertigstellung des etwa 3,5 Millionen Euro teuren Bauvorhabens kann die Deicherhöhung vor Dagebüll „in die Vollen“ gehen. Veränderungen sind auch an der Dagebüllere Hafenstöpe vorgesehen, wo Straße und Schienen der NEG durch laufen. Der Bau des neuen Schöpfwerks ist eine Maßnahme des LKN. Nach Fertigstellung geht es in die Regie des Deich- und Hauptsielverbandes über. Zudem steht die Baumaßnahme Schöpfwerk Schlüttsiel vor dem Abschluss. Dieses Bauwerk war in die Jahre gekommen. Unter anderem mussten die Röhren, die Elektrik und die Mechanik erneuert werden. Zurzeit wird noch an der Elektrik gearbeitet.

Mit der etwa sechsstündigen Herbstdeichschau geht der Landesschutzdeich jetzt in den Winter. Die Schafe werden ihn noch eine Zeit lang bevölkern und so lange weiden und draußen bleiben, wie es der Grasnarbe „bekömmlich“ ist.

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