Tourismus-Bilanz : Gute Stimmung bei Touristikern

Trotz des durchwachsenen Wetters in der ersten Jahreshälfte ziehen Touristiker für Niebüll, Leck und Dagebüll eine positive Bilanz.

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18. Juli 2015, 05:00 Uhr

Wolken am Himmel, Regenschauer, leichter Wind und eher selten die pralle Sonne: Auch wenn der Sommer in Norddeutschland echte Startschwierigkeiten hat, ziehen die Touristiker in Südtondern eine positive Bilanz des ersten Halbjahres. Demnach konnte das wechselhafte Wetter die Buchungs- und Übernachtungszahlen zwischen Dagebüll, Niebüll und Leck in den letzten Monaten nicht verhageln.

„Im Verhältnis zu den ersten sechs Monaten im vergangenen Jahr gibt es leichte Zuwächse“, sagt Andrea Scheibe von der Nordfriesland-Tourismus GmbH. Auch wenn die vorliegenden Zahlen nicht repräsentativ seien, da in der Statistik nur Anbieter mit zehn oder mehr Betten berücksichtigt werden, könne daraus doch eine klare Tendenz abgeleitet werden. „Wir kommen auf 13 Prozent mehr Übernachtungen als im gleichen Zeitraum 2014“, so Scheibe.

Als Grund für den Zuwachs sieht die Touristikerin in erster Linie das wachsende Angebot in der Region: „Wir haben neue Vermieter dazubekommen.“ Aber auch neue Wege, um Touristen über Buchungsportale im Internet auf die Zimmer in Südtondern aufmerksam zu machen, hätten ihren Beitrag zu dem guten Ergebnis geleistet.

Auch Unternehmer Klaus Schmidt, Mitglied des Vereins Dagebüll-Niebüll Touristik, will das erste Halbjahr nicht als schlecht bezeichnen. Die Buchungslage sei gut, allerdings gebe es derzeit einen Faktor, der das Geschäft ausbremse: „Mit dem Wetter sind wir natürlich nicht ganz so glücklich.“ Nachdem das Jahr gut angelaufen sei, fehle daher jetzt der touristische „Druck“. Klaus Schmidt: „Wir sind gut besucht. Doch durch das Wetter werden viele Gäste von der Urlaubsplanung bei uns abgeschreckt.“ In Kombination mit den Zahlen zum Halbjahr sieht der Reiseunternehmer aus Dagebüll seine Gemeinde auf einem guten touristischen Weg. Dies liege nicht nur an den baulichen Veränderungen in der Gemeinde. Im vergangenen Jahr wurden in Hafennähe rund 40 Ferienhäuser errichtet. Schon jetzt ist eine weitere Ferienhaussiedlung ähnlicher Bauart in Planung (wir berichteten). Im Jahr 2017 soll zudem der Hauptstrand des Dorfes modernisiert werden. Für das Wachstum, wie es die Nordfriesland-Tourismus GmbH errechnet hat, macht Klaus Schmidt auch einen Generationswechsel unter den Vermietern verantwortlich: „Die jungen Anbieter modernisieren ihre Objekte. Das ist natürlich wichtig.“ Heutzutage habe fast jeder W-Lan und einen Flachbildfernseher zu Hause. „Und diesen Standard erwarten die Gäste im Urlaub natürlich auch.“ Ob das Wachstum in den ersten sechs Monaten des Jahres bei gutem Wetter sehr viel höher ausgefallen wäre, kann am Ende des Tages keiner der Touristiker beantworten. „Wir freuen uns aber natürlich über jedes Prozent“, sagt Andrea Scheibe.

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