Kultur in Klanxbüll : Gute-Laune-Konzert mit Nervling

Da swingten auch die Bürgermeister: Moira Serfling und Tom Baetzel begeisterten mit ihrem Auftritt das Publikum im Charlottenhof

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03. Juli 2015, 05:00 Uhr

Ihr Begleiter an der Gitarre, Tom Baetzel, staunte nicht schlecht: Am Ende lag Moira Serfling auf dem Boden der Bühne des Chalottenhofs. Sie sang einen emotionalen Song, der ihr im Bett eingefallen war. So persönlich und direkt, musikalisch dabei ein echter Vulkanausbruch an Rhythmen und Melodien – der „Nervling“-Auftritt begeisterte am Mittwoch das Publikum im Charlottenhof.

Zum Start der After-Work-Reihe entfachte das sympathische Duo aus Kiel und Sylt, das jetzt in Hamburg lebt, einen Sturm der Begeisterung. Und sie hatten ein Packen Neuigkeiten dabei. Denn das abenteuerlustige Songwriter- und Liebes-Pärchen war gerade 15 Monate um die Welt gereist. Hatte in jedem der vielen Länder Songs geschrieben und für ihr neues Album „Maracuja in the Corn Viper Sunbeam“ aufgenommen.

Inspiriert durch die Menschen und Erlebnisse beruht jeder Titel auf einer wahren Geschichte. Moira und Tom berichteten auf ihre unnachahmliche Art von den Indianern vor Panama. „Da saßen wir da und nichts war los! Dann saßen wir immer noch da! Nichts passierte.“ Das kommt an: Immer hübsch selbstironisch, um das Ganze dann musikalisch vorzutragen. Die beiden lieben ihre „Ahahaaas“ und „Ohhooooos“ – das Publikum auch, denn dann kann mitgesungen werden.

Da rockten sogar die Gäste aus Dänemark auf der Tanzfläche, ökologisch einwandfrei mit dem Rad herübergekommen, ebenso wie fröhliche junge Damen aus Risum-Lindholm. Die Stimmung konnte nicht besser sein, denn auch die anderen ließen sich von den mitreißenden Klängen anstecken. Da swingte der Niebüller Bürgermeister genauso wie sein Amtskollege aus Klanxbüll. Wirbelwind Moira war wie immer spontan: Mittendrin gab es ein lockeres Ständchen von allen Gästen für ein Geburtstagskind.

Und auch sonst präsentierte Nervling gut gelaunt Song um Song über Pech und Pleiten, Glück und Abenteuer, von Gangs auf Jamaika bis zu Meditationen in Kalkutta und der Bitte „Follow me!“. Im Leben trotz allem das Positive zu sehen, das war die Botschaft des Abends. Und auch das Ergebnis der Reise – zu sich selbst. Bis zur dritten Zugabe gab es im Nervling-Sound eins um andere Mal mitsingbare Ohrwürmer. Klar, dass nach der Show der Plattenverkauf aus dem Koffer gut lief. Auch ein frisch verheirateter Klanxbüller schenkte seiner Liebsten die neue Scheibe. Sie strahlte, natürlich.
 

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