Kommentar : Gute Absichten

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23. Januar 2015, 05:00 Uhr

Es ist richtig, dass Lehrer ein Elterngespräch suchen, wenn es um die Zukunft ihrer Schüler geht. Dieses Anliegen ist besonders dann nachvollziehbar, wenn ein Wechsel der Schulform im Raum steht. Ein ehrliches Gespräch über Stärken und Schwächen der Schüler kann dann zu einer sinnvollen Wahl beitragen – ohne dass elterlicher Ehrgeiz das Kind in eine falsche Richtung schiebt. Doch offenbar ist es bei einer ganzen Reihe von Erziehungsberechtigten mit diesem Bildungsehrgeiz nicht weit her. Wie lässt es sich sonst erklären, dass die Elternsprechtage an der Gemeinschaftsschule auf immer weniger Resonanz stoßen? Schlicht Zeitmangel für diese wichtigen Termine vorzuschieben, ist zu einfach – es ist vielmehr ein Mangel an Interesse, der das Verhältnis einiger Eltern zur Bildungskarriere ihrer Kinder auszeichnet. Besonders auf diese wenigen interesselosen, schwer zu greifenden Eltern zielte das großflächige Gesprächsangebot der Gemeinschaftsschule ab. Auch wenn der Plan der Lehrerkonferenz am Ende wegen Formfehlern nicht umsetzbar war und deswegen vom Schulamt zu Recht kassiert werden musste, ist die Intention der Pädagogen dort doch grundrichtig gewesen.

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