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Großübung : Gut vorbereitet für den Ernstfall

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Mit einer Übung und einem Rückblick feierten Einsatzkräfte und Ehemalige der Jugendfeuerwehr das 60. Bestehen der Gemeinschaft

Die Jugendfeuerwehr Niebüll besteht in diesem Jahr 60 Jahre. Nach der mittlerweile über 125 Jahre alten Jugendwehr auf der Insel Föhr, die man auch die „Wiege der deutschen Jugendfeuerwehren“ nennt, war die Niebüller die erste auf dem nordfriesischen Festland. Während die Föhrer Organisation aus der Not heraus geboren wurde und zur See fahrende Väter und Brüder ersetzte, lagen der Niebüller Jugendwehr andere Ideen zugrunde. Sie wurde die personelle Basis der Erwachsenenwehr. Der Beweis: Die meisten der heute aktiven Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren Niebüll-Deezbüll und Langstoft sowie der ehemaligen FF Deezbüll waren einmal Angehörige der Jugendfeuerwehr.

Überdies machte das „Niebüller Modell“ auch Schule. Nach Art eines Lauffeuers schossen später in Nordfriesland nach und nach weitere Jugendfeuerwehren wie Pilze aus dem Boden.


Militärisch ausgerichtet


Die Gründung der Jugendfeuerwehr am 28. Oktober 1953 war ein Ereignis. Im seither akribisch genau geführten Protokoll wurde notiert, „dass Amtswehrführer Franz Eck Kaffee und Kuchen stiftete“. Als Gründer wird Thomas Nielsen (damals in der Feuerwehrzentrale tätig) aufgeführt. Die Gründungsmitglieder Kurt und Siegfried Fischer erinnern sich noch gut an die väterliche Art ihres Ausbilders, der jedoch auch auf militärische Formen hielt. Von ihm erhielten sie und ihre Kameraden auch den ersten großen Ärger. Als Nielsen einmal die Jungen mit einem schneidigen „Moin, Kameraden!“ begrüßte, zogen die Jungen statt einer verbalen Erwiderung die Mütze. So etwas gab es bei den Preußen nicht. Auch nicht bei der damals noch streng militärisch ausgerichteten Feuerwehr.

Jugendwart Stefan Findeisen ließ in einem Festvortrag 60 Jahre Jugendwehr Niebüll Revue passieren ließ. Der Terminkalender der Jungen (und seit 1977 auch Mädchen) war angefüllt mit feuerwehrtechnischer Ausbildung, Fahrten, Zeltlagern und jugendgemäßer Freizeitgestaltung. Über all die Jahre hinweg wurde der Nachwuchs ideell und materiell von der Stadt, den „großen Aktiven“ und den Eltern unterstützt.

„Die Mitgliedschaft in der Jugendwehr begründete in vielen Fällen auch Freundschaften, die bis ins hohe Alter hinein währen“, nannte Gemeindewehrführer Uwe Mussack einen weiteren Aspekt. Gute Erinnerungen an ihre Jugendfeuerwehrzeit hatten auch Bürgervorsteher Uwe Christiansen und der stellvertretende Amtswehrführer Herbert Krüger. Uwe Hansen (FF Langstoft) und Jan Gregersen (für Südtondern Jugendwehren) übermittelten dem Geburtstagskind weitere Grußadressen.

Vor dem Festakt in einer der Fahrzeughallen der Feuerwache fand im Gewerbegebiet Ost eine gemeinsame Großübung statt. Nach dem „Drehbuch“ der Übung brach nach langer Trockenheit ein Unwetter über Niebüll aus, das einen Flächenbrand auslöste. Begünstigt durch starken Wind, gerieten mehrere Gebäude in Brand. Nach einer Explosion stürzte ein Gebäude ein und begrub elf Personen unter sich. Weil auch noch das Drei-Harden-Netz außer Betrieb war, mussten Schlauchbrücken von Bohrbrunnen und offenen Wasserstellen gebaut werden. Die Übung zog sich über eine Stunde hin. Übung und Festakt gingen am Ende in einen fröhlichen Schmaus über, bei dem kräftig zugelangt werden durfte.

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erstellt am 26.Aug.2013 | 00:39 Uhr

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