Gut gerüstet gegen Stürme

Die Deichschau-Kommission begutachtet die  Badestelle Südwesthörn.  Foto: dew
Die Deichschau-Kommission begutachtet die Badestelle Südwesthörn. Foto: dew

Deichschau-Kommission lobt den Zustand der Landesschutzdeiche / Nur der Dagebüller Haffdeich zeigt Risse als Folge von Sackungen

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08. September 2012, 08:17 Uhr

Südtondern | Der Landesschutzdeich auf dem 40 Kilometer langen Abschnitt zwischen der dänischen Grenze und dem Sönke-Nissen-Koog befindet sich in einem guten und wehrhaften Zustand. Das schrieb Dipl.-Ing. Alfred Mordhorst, Leiter des Baubetriebs 1 beim Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) in das Protokoll der turnusmäßigen Herbstdeichschau.

Regierungsbaudirektor Peter Beismann, Leiter des Geschäftsbereichs Instandhaltung von Küstenschutzanlagen: "Mit diesem Ergebnis können wir gut leben." Den Männern am Außendeich attestierte er gute Arbeit, betonte aber auch die Notwendigkeit eines angemessenen Personal- und Mitteleinsatzes. "Doch wenn man uns Gelder streicht, muss man uns auch sagen, was wir an der Küste nicht machen sollen." Dem Dank an den Baubetrieb 1 schloss sich Oberdeichgraf Jan Albrecht an. "Wir wissen, wie wichtig die Deiche für unsere Heimat und unser Leben sind." Auch er attestierte dem Landesschutzdeich einen "super guten" Zustand. Mit diesem Bewusstsein könne man gut schlafen.

Im Ergebnisprotokoll der Schau wurden jedoch auch kleinere Mängel notiert, die seit Jahr und Tag den Alltag bestimmen. Das Hauptaugenmerk gilt dabei vor allem dem Zustand des Deckwerks. Leidiges Problem bleibt der Distelbewuchs, der der Grasnarbe schadet und durch Maht, Mulchen und Spritzen (wie in südlichen Bereichen) bekämpft wird. Rund um die eine oder andere Schaftränke ist der Boden durchtreten und muss befestigt werden. Am noch jungen Dagebüller Haffdeich zeigt die Krone handbreite Risse als Folge von Sackungen. Diese Risse würden verfüllt und dürften nach etwa fünf Jahren nicht mehr auftreten.

Die ph-Werte (Gradmesser für den Säuregrad des Deckwerks) haben sich an der einen oder anderen Stelle im nördlichen Abschnitt deutlich verbessert. Für einen guten Zustand der Grasnarbe sorgen letztlich auch die Deichschafe. Während der Deichschau wurden Herden mit schätzungsweise 10 000 Schafen und Lämmern passiert.

Zur Schau gehörte auch die Inaugenscheinnahme der Bauwerke. Die Hafenstöpe in Dagebüll hat neue Balken erhalten. Im Rahmen der dort noch ausstehenden Deicharbeiten soll sie erneuert und auf Wunsch der Gemeinde für den Zug- und Autoverkehr verbreitert werden. Im Schlüttsieler Schleusengebäude wird die gesamte Maschinen- und Elektrotechnik - inklusive der Antriebe für die tonnenschweren Schütztafeln - für Kosten von 1,5 Millionen Euro erneuert.

Ein Seitenblick galt auch der kürzlich neu gestalteten Badestelle Südwesthörn, wo die Deichschau-Kommission, obwohl es nicht "ihr Bier" ist, vergeblich nach einer Stelle für gefahrloses Baden für Kinder Ausschau hielt.

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