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Günter Jappsen: Ein Friese mit Herz und Verstand

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Er war ein Friese, wie er im Buche steht. 1947 trat er dem Friesenverein bei, den er später als Vorsitzender führte. Er gehörte dem Vorstand des Landesverbandes Nordmark im Deutschen Jugendherbergswerk und dem Vorstand des Gemeinnützigen Vereins für Jugenderholung an. Man wird sich lange an diesen aktiven Friesen erinnern. Günter Jappsen ist am 4. Februar im Alter von 89 Jahren verstorben.

Er wurde am 9. November 1926 in Niebüll als Sohn des Eisenbahners Carsten Jappsen geboren und wuchs mit seinen vier Brüdern in einem friesischen Haus an der Tondernstraße auf. Nach dem Besuch der Alten Volksschule begann er eine Ausbildung beim Katasteramt, die durch Krieg und Gefangenschaft unterbrochen wurde. Wieder daheim, trat er dem „Frasche Feriin for Naibel-Deesbal än trinambai von 1868“ bei, in dessen Laienspielgruppe er zuerst den jungen Liebhaber, später den reiferen Mann spielte. Konrad Bendsen, Kollege im Katasteramt und Chef des Friesenvereins, entsandte den Jungfriesen Günter Jappsen in den Kreisjugendring, über den sich für ihn ein weites Feld ehrenamtlicher Tätigkeit öffnete.
Zunächst war es der Gemeinnützige Verein für Jugenderholung, für den er mit Ehefrau Margot Jugendfreizeiten im Rahmen des Ferienwerks Südtondern auf Sylt betreute. Jappsen übernahm später den Vorsitz des Vereins, der ihm nach seinem Ausscheiden die Ehrenmitgliedschaft verlieh. 1948 wurde er für den Landesverband Nordmark im Deutschen Jugendherbergswerk (DJH) tätig, zuerst als Kreisvorsitzender in Südtondern und Nordfriesland, zuletzt als Vorstandsmitglied im DJH-Landesverband. Bei dieser Tätigkeit bewies Günter Jappsen hohe Kompetenz und vor allem ein Herz für die Jugend, inbegriffen den Jugendaustausch mit Engländern aus Malmesbury.

Daheim hatte er auch noch Zeit, als Vertreter der früheren Wohnungsbaugenossenschaft und am Amtsgericht als Jugendschöffe mitzuwirken. Jappsen heiratete 1953 seine „kleine Nachbarin“ Margot. Beide kannten sich seit der Kindheit. Beide lebten mit den Eltern Tür an Tür. Lieben lernten sie sich im Friesenverein wohl beim Theaterspiel, wie Insider berichten. 1968 rückte der „Jungfriese“ in den Vereinsvorstand auf, übte mehrere Ämter aus und wurde 1992 Nachfolger von Konrad Bendsen. In seine Zeit als Vereinschef fiel unter anderem die Renovierung des Friesischem Museums für damals 275 000 D-Mark. Als er nach 20-jähriger Tätigkeit an der Spitze der Niebüll-Deezbüller Friesen sein Amt an Carsten-Bernhard Carstensen abgab, übergab er ihm ein bestelltes Haus.

Günter Jappsen, der seiner im vergangenen November verstorbenen Frau folgt, bleibt als ein Mensch in Erinnerung, der viele Freunde hatte, der sich seinem ehrenamtlichen Umfeld verlässlich zeigte, sich nie nach vorne drängelte, ein geschätzter Ratgeber war – und stets zu einem guten Schnack zu haben war.

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erstellt am 12.Feb.2016 | 18:57 Uhr

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