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Bauprojekt in Leck : Grünes Licht für Rundwanderweg

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Nach kontroverser Diskussion findet sich Mehrheit für ein Projekt, das Leck unter anderem touristisch aufwerten soll.

shz.de von
erstellt am 06.Okt.2017 | 13:46 Uhr

Leck | „Wir müssen heute einen Grundsatzbeschluss fassen und dann unsere Schularbeiten machen, um aufgrund eines Konzeptes Fördermittel zu erhalten“, mahnte Bürgermeister Andreas Deidert zur Eile. Es gehe immerhin um eine 40- bis 50-prozentige Förderung. Das sahen die Politiker während der Gemeindevertretersitzung ein und stimmten mit nur einer Enthaltung für einen Rundwanderweg um und in Leck, allerdings in der günstigsten Variante für knapp 270  000 Euro.

Für die weitere touristische Erschließung von Leck und als Erholungsmöglichkeit für die Bürger ist es angedacht, einen Rundwanderweg zu erstellen. „Wir wollen, dass die Leute zum Entschleunigen hierher kommen, und deshalb müssen wir das entsprechend vermarkten“, warb Bürgermeister Andreas Deidert. Zur Erinnerung: Die CDU-Fraktion hatte seinerzeit einen Antrag auf einen Rundwanderweg gestellt, den der Verwaltungschef und das Amt Südtondern umsetzen sollten. Der Beschlussvorschlag wurde bereits in drei Fachausschüssen rege und kontrovers diskutiert und sorgte auch während der Gemeindevertretersitzung für großen Redebedarf.

Zunächst hatte Klaus Schmidt (Unabhängige Wählergemeinschaft) anfangs plädiert, dieses Thema von der Tagesordnung zu nehmen: „Es besteht noch Beratungsbedarf“. Dieser Dringlichkeitsantrag bedurfte einer Zweidrittelmehrheit, bei acht Nein-(CDU) zu elf (UWL, SPD, SSW) Ja- Stimmen scheiterte das Begehren.

Unter TOP 9 löste der Rundwanderweg auch bei den zahlreichen Zuhörern emotionale Diskussionen aus. Stefan Nommensen beispielsweise sagte: „Grundsätzlich ist das eine gute Idee. Aber warum greift man nicht auf Wege zurück, die schon vorhanden sind?“ Er zielte auf die erheblichen Kosten bei der Neuanlage von Wegen und auch deren Pflegekosten ab. Insgesamt fehle es ihm an mehr Inspiration von Seiten der Gemeindevertreter.

Bei einigen Varianten der Planungen (entlang der Lecker Au) zerstöre man die Biotope und Feuchtgebiete – ob das abgesprochen sei, wollte Nommensen wissen. Die Folgekosten habe man grob mit einkalkuliert, erwiderte Andreas Deidert und zu Punkt zwei: „Das ist mit dem Naturschutz abgestimmt“. Andere Zuhörer monierten die utopischen Kosten und gleichfalls die vorgesehene Beleuchtung des Rundwanderweges im Bereich von der Kokkedahler Brücke entlang der Au zur Flensburger Straße.

Auch Klaus Schmidt wollte keine Festtagsbeleuchtung in Naturgebieten. Es gibt Vorgaben, man komme nicht herum, Lampen im Abstand von 30 Meter aufzustellen, erklärte der Bürgermeister. Zum Verständnis erläuterte Roland Mader (CDU), dass rund dreiviertel der geplanten Wege bereits ausgebaut seien. Den Skeptikern unter den Politikern führte Ingo Scholz (CDU) vor Augen, dass diese im vorigen Jahr dem Ortsentwicklungskonzept zugestimmt hätten. Darin wurde die touristische Erschließung des Feuchtgebietes Lecker Au empfohlen. Der Rundwanderweg sei ein Thema für eine weitere Erschließung von Leck als Erholungsort.

Der Bürgermeister verdeutlichte, dass der Charme dieser Planung darin liege, Bestehendes mit Neuem zu verbinden, also Grünflächen und Wege zu ergänzen, barrierefrei zu gestalten und alles touristisch aufzuwerten.

Die UWL-Politiker befürworteten schließlich die günstigste Variante, Karsten Hansen (SPD) begrüßte diese ebenfalls und schlug vor, diesen Weg in mehreren Jahren und Bauabschnitten zu verwirklichen. Man müsse eine vernünftige Förderkulisse erstellen und könne die Maßnahme deshalb nicht stückeln, hieß es. „Es ist klar, dass wir die Variante 7 a favorisieren. Der Radweg nach Sprakebüll wird noch nicht angefasst, und 7 b und c sind Zukunftsmusik“, stellte Ingo Scholz die Meinung seiner Fraktion klar. Andreas Deidert erinnerte, dass auch die Anbindung an den Radweg Sprakebüll-Schafflung verfolgt werde, obgleich hier noch weitere Gespräche mit der Gemeinde Sprakebüll notwendig seien. „Für den Förderantrag ist genau dieser Lückenschluss ein wichtiges Kriterium.“

Im Klartext stimmten die Lecker Kommunal-Politiker dem Rundwanderweg zu, der im nordöstlichen Teil von der Ludwig-Feddersen-Brücke durch den Augarten zur Osterstraße geht, hier entlang bis zum Wohngebiet „Am Osterholz“, über die Straße ins Osterholz und dann zum Hyholmer Weg. Es entfällt also der Ausbau des Weges von der Ludwig-Feddersen-Brücke entlang der Au über den Deich bis zum Schruplunder Graben. Diese Variante wäre 125  000 Euro teurer gewesen.
 

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