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Nordfriesland Tageblatt

15. Dezember 2017 | 05:40 Uhr

Energieversorgung : Grüner Strom aus der Region

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

GreenTec-Campus geht mit einer eigenen Ökostrom-Marke neue Wege: Ab sofort können sich Kunden wie Direktvermarkter anschließen

shz.de von
erstellt am 03.Sep.2014 | 05:00 Uhr

Energie aus der Region für die Region: Der GreenTec-Campus in Enge-Sande hat seine eigene Strom-Marke gestartet. „GreenTec Strom“ heißt das Energie-Produkt, das ab sofort aus den Steckdosen der Region kommen kann. Das Stromangebot geschieht in Kooperation mit dem Berliner Energiedienstleister „Grundgrün“, dessen Geschäftsführer Eberhard Holstein gemeinsam mit GreenTec-Geschäftsführer Marten Jensen und Projektleiter Frank van Balen die Neuheit in Enge-Sande vorstellte.

100 Prozent Ökostrom, eine zertifizierte  zeit- und mengengleiche Einspeisung sowie ein Herkunftsnachweis für die Liefermengen, ein entschlackter Prozess der Kundenkommunikation und ein wettbewerbsfähiger Preis – das versprechen die Verantwortlichen für die neue regionale Strommarke. „Energie entwickelt sich unendlich schnell, wir sind erst am Anfang“, sagte Projektleiter van Balen. Es seien immer mehr regionale und regenerative Energien vonnöten. Von der Zusammenarbeit mit dem Berliner Unternehmen ist er überzeugt: „Das ist ein Modell, bei dem sich andere anschließen können und werden.“ Privat- und Gewerbekunden sollen angesprochen werden, nicht nur als Abnehmer: „Wir hoffen, dass sich weitere Direktvermarkter anschließen“, so van Bahlen.

Bisher wird der Ökostrom unter anderem im Biogas-Blockheizkraftwerk Lecker Wärme, in der Photovoltaik-Anlage Greentec Campus und im Bürgerwindpark Nortorf erzeugt, der zur Direktvermarktung in das örtliche Stromnetz eingespeist wird – „und zwar zeit- und mengengleich zu dem von unseren Kunden verbrauchten Strom“, betonen die Verantwortlichen. Und wenn der Wind im Norden mal nicht wehe, sicherten die Erzeuger des Partners Grundgrün über ganz Deutschland die zeitgleiche Einspeisung von erneuerbarer Energie.  Mit seinem Namen passt Grundgrün-Gründer Eberhard Holstein gut ins Konzept der regionalen Stromvermarktung – denn nach den Wünschen der Initiatoren soll sich das Stromnetz von Enge-Sande über Kunden und Direktvermarkter in ganz Schleswig-Holstein spannen. Holstein umriss seinen Werdegang: „Ich bin eigentlich Maschinenbauer und habe schon 1979 noch als Student eine eigene Windkraftanlage gebaut.“ Sein Weg führte ihn unter anderem über ein kleines Ingenieurbüro zu einem großen städtischen Energieversorger.

„Die Ineffizienz dort ärgert mich bis heute, diese Geldverschwendung in einem Monopolbetrieb“, machte der Kooperationspartner seinem Unmut Luft und sprach von einer „ganz seltsamen Gesetzgebung, was die Stromkennzeichnung anbelangt“, über Lobbyismus und einem „Abschied vom alteingesessenen Behördenhaufen“. Früh hat ihn eine mögliche Liberalisierung des Strommarktes beschäftigt. Seine Laufbahn führte Holstein auch in eine verantwortliche Position bei einem großen konventionellen Stromanbieter, bis er beschloss, selbst tätig zu werden und die Grundgrün Energie GmbH gründete. „Wir müssen einen Strommarkt schaffen, der ohne Subventionen auskommt“, ist seine Überzeugung.

In Enge-Sande sind die Verantwortlichen wiederum davon überzeugt, dass die neue Strommarke ein Weg in die richtige Richtung ist. „Der GreenTec-Campus ist ohnehin ein Treffpunkt erneuerbarer Energien, hier gibt es die Energiewende zum Anfassen. Nun haben wir uns auch das Feld der Versorgung erschlossen“, sagte Geschäftsführer Marten Jensen und fügte hinzu: „Ich kann mit stolz verkünden, dass wir ganz schön schnell waren und kein anderer es geschafft hat, so ein Produkt an den Markt zu bringen.“

Mehr Infos unter www.greentec-strom.de



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