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Nordfriesland Tageblatt

11. Dezember 2017 | 13:09 Uhr

Grüne Aktion: Ein Gartenparadies zum Anfassen

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Im Rahmen der Aktion „Offener Garten“ zeigt die Familie Melfsen in Galmsbüll ihr verwunschenes Grundstück / Neben gepflegter Natur gibt es hier auch Kunst zu sehen

shz.de von
erstellt am 19.Mai.2014 | 10:45 Uhr

Es bedarf schon besonderer Aufmerksamkeit, um im Garten von Familie Melfsen in Galmsbüll alle kleinen Besonderheiten zu entdecken. Auf rund einem Hektar erstreckt sich der Warft-Garten, der mit viel Liebe zum Detail angelegt wurde: Plastikeimer in den Farben Schleswig-Holsteins an einer Wäscheleine zwischen Bäumen mit Zuckerwasser für Bienen, ausrangierte Schuhe, aus denen Kresse wächst oder ein Freisitz am Wasser mit Blick auf den Sonnenuntergang. Hinter einer dichten Baumkrone im Süd-Westen vor Winden geschützt, entfaltet sich vor dem reetgedeckten ehemaligen Vierkanthof von 1770 ein Kleinod für Garten- und Naturliebhaber. Keine mit dem Maßband gezogenen Beete oder in Form getrimmte Buchsbäume, sondern eine natürliche, unaufdringliche und sehr gepflegte Anlage. Zwischen den üppig bewachsenen Beeten finden sich Skulpturen von Hans-Leve Melfsen, der den Garten gemeinsam mit seiner Mutter Karen bewirtschaftet. Elf Terrassen und Sitzplätze sind insgesamt auf dem Areal, dazu eine kleine Apfelbaumplantage mit 25 alten Sorten sowie mehrere Gartenhäuschen und Teiche. Vor zwei Jahren wurde die Familie für ihre kleine Oase mit dem fünften Platz bei der Fernsehsendung „Mein Gartenparadies“ vom NDR ausgezeichnet, in der Gärten in ganz Norddeutschland begutachtet wurden.

„Die Arbeit im Garten ist für meinen Sohn und mich eine Form der Trauerarbeit, seit mein Mann vergangenen Winter verstorben ist“, erzählt Karen Melfsen. Zehn Jahre litt ihr Ehemann an Parkinson und wurde von seiner Frau und dem jüngsten Sohn im Haus betreut. Als sie damals von der Diagnose ihres Mannes erfuhr, entdeckte Karen Melfsen neben ihrer Liebe zur Natur ihre Liebe zur Malerei. Das Malen half ihr, Gedanken und Sorgen auszudrücken und eine zeitlang in eine andere Welt zu versinken. „Die Farben haben einen viel größeren Einfluss auf die Menschen, als sich diese eingestehen wollen.“ Auch im Garten kombiniere sie viel nach Farben. Rote Rosen mit blauen Klematis beispielsweise oder eine weiße Kletterhortensie mit der gelbroten Blume „je länger je lieber“.

Der Kleiboden der Warft ist sehr nahrhaft, aber auch sehr schwer. Für viele Aufgaben ist deshalb Hans-Leve Melfsen zuständig, der durch seine Arbeit in Gartencentern nahezu von jeder Pflanze, die im Garten wächst, genauestens die Bedürfnisse kennt. „Durch die hohen Bäume haben wir auch teilweise viel Schatten auf dem Grundstück, dass bekommt nicht jeder Pflanze“, berichtet der Naturfreund. Aber auch mit dem Wind arrangieren sich die Melfsens: „Hier oben muss man sich vom Wetter unabhängig machen, es ist wie es ist“, sagt Karen Melfsen. In diesem Jahr laden sie Interessierte während der Aktion „Offener Garten“ am 21. und 22. Juni ein, ihr kleines Paradies zu besuchen. Während dessen können auch die beiden Galerien auf dem Gelände besucht werden, in denen Karen Melfsen ihre Bilder ausstellt.

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