Lokale Tourismus-Organisation : Gründung einer LTO perfekt

Der neue Klimadeich in Dagebüll soll eine beleuchtete Promenade bekommen, gefördert vom Zukunftsprogramm Wirtschaft.
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Der neue Klimadeich in Dagebüll soll eine beleuchtete Promenade bekommen, gefördert vom Zukunftsprogramm Wirtschaft.

Hauptausschuss des Amtes Südtondern votiert einstimmig für die Gründung einer überregionalen touristischen Vermarktungseinheit.

shz.de von
15. Februar 2018, 06:00 Uhr

„Ich bin sehr froh über diesen Beschluss, das ist ein großer Haken für Südtondern.“ Das sagt Amtsdirektor Otto Wilke mit Blick auf das einstimmige Votum zur Gründung der Lokalen Tourismusorganisation (LTO) „Nordseeküste Nordfriesland e.V.“, das in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses des Amtes gefasst wurde. Damit hat Südtondern seinen Beitrag dazu geleistet, das Projekte, durch die die touristische Infrastruktur im Geltungsbereich der neuen großen Marketing-Einheit aufgewertet wird, auch künftig vom Land gefördert werden.

„Der Druck auf dem Kessel ist bei uns aktuell nicht so groß wie bei anderen Partnern, zum Beispiel in Husum. Doch das kann sich jederzeit schnell ändern“, sagt Wilke. Zum Beispiel für ein touristisches Projekt auf dem ehemaligen Nato-Flugplatz Leck, die Sanierung eines Schwimmbads oder der Aufwertung einer Badestelle an der Nordsee.

Schon vor knapp zehn Jahren wurde das LTO-Konzept vom Kieler Wirtschaftsministerium auf den Weg gebracht. Demnach sollen die Mittel für das Werben um Urlauber konzentriert, dadurch überregional, professioneller und effektiver um Gäste geworben und die Attraktivität einer Destination spürbar erhöht werden. Ebenfalls im Jahr 2008 wurde unter der Regie der Wirtschaftsförderung Nordfriesland ein Konzept für die Zusammenarbeit in einer LTO entwickelt. In vielen Ecken des Landes kam es seitdem zu Gründungen. Doch an der Westküste gestaltete sich die Bildung als zäher Prozess. Grund: Die vorgesehenen Partner – die Ämter Südtondern, Mittleres Nordfriesland und Nordsee-Treene, die Stadt Husum sowie die Gemeinden Nordstrand und Pellworm erwiesen sich als zu große und unterschiedliche Gemengelage für eine gemeinsame touristische Vermarktung. Warum hat der Prozess nun plötzlich Fahrt aufgenommen? „Das ist relativ simpel. Das Wirtschaftsministerium hat die Anerkennung als LTO kompromisslos zur Voraussetzung für die Förderung touristischer Projekte festgesetzt. Im Gründungsprozess zu sein, reicht nicht mehr aus“, sagt Otto Wilke. Das Amt Südtondern habe da mit dem Förderbescheid über zwei Millionen Euro für die beleuchtete Deichpromenade und die neue Badestelle nach Fertigstellung des Klimadeiches in Dagebüll – überreicht noch vom damaligen Minister Reinhard Meyer – nochmal Glück gehabt. Diese Summe gab es noch aus dem Zukunftsprogramm Wirtschaft, ohne LTO-Mitglied zu sein.

Für die Gründung müssen drei Voraussetzungen erfüllt werden: Zunächst mindestens 9000 touristische Betten. Otto Wilke schätzt, da keine aktuellen Zahlen vorliegen, dass sich diese Marke eher in Richtung 10 000 bewegt. Das LTO-Gebiet sollte zudem mit einem Pkw in 45 Minuten durchfahren werden können und das Marketing-Budget soll jährlich 400 000 Euro betragen. „Bei diesem Punkt müssen wir noch über die Realisierung reden“, sagt der Amtsdirektor, für den die touristische Vermarktung ein wichtiges Thema ist.

„Nordseeküste Nordfriesland“ wird die neue LTO an der Westküste heißen, der sich auch noch der Verein Husumer Bucht anschließt. Deren Gründung erfolgt in Vereinsform. „Der einfachste gemeinsame Nenner, um Projekte schnellstmöglich umsetzen zu können“, begründet Otto Wilke. Alle Mitglieder sind in Rechten und Pflichten gleich gestellt, die Geschäftsführung wird zunächst die Stadt Husum übernehmen.

Noch in diesem Jahr sollen die ersten Anträge verfasst werden. Im Jahr 2019 könnten dann auch Projekte aus Südtondern dabei sein.

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